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Lehrevaluation

Verschiedene Methoden der Lehrevaluation

Online- und papierbasierte Lehrveranstaltungsevaluationen und andere Befragungen können mit der Software Unizensus der Blubbsoft GmbH durchgeführt werden. Die Software ist über eine Schnittstelle mit der Lernplattform Stud.IP verknüpft und bietet so die Vorteile der gemeinsamen Datenverwaltung von Lehrveranstaltungen, Lehrenden und Studierenden.

Alle Fachbereiche und auch andere Institutionen der Universität Bremen können Unizensus kostenlos nutzen. Hierzu ist es notwendig,  zuständige Bereichsadministratoren zu benennen und zu schulen. Es können eigene Fragenkataloge entwickelt oder auf zentrale Musterfragebögen zurückgegriffen werden. Eine Auswertung der Befragung erfolgt „auf Knopfdruck“, weiterführende Datenanalysen sind ebenfalls möglich.

Stefanie Grote bietet Unterstützung bei der Arbeit mit Unizensus an und führt Schulungen neuer Bereichsadministratoren durch. Arbeitshilfen wie z.B. das Handbuch stehen im QM-Portal zur Verfügung.

Die Lernplattform Stud.IP bietet Lehrenden die Möglichkeit, ihre eigenen Veranstaltungen online zu evaluieren. Evaluationen mit Stud.IP sind insbesondere dann sinnvoll, wenn im Fachbereich keine übergreifenden Evaluationen durchgeführt werden oder einzelne Lehrende spezielle Anforderungen an ihren Fragebogen haben. Der Service steht allen Fachbereichen bzw. Lehrenden kostenlos zur Verfügung.

In Stud.IP gibt es verschiedene Formen der Befragung:

  • Votings

  • Frage mit Single- oder Multiple-Choice Antwort

  • Tests – wie Votings, jedoch mit Vorgabe einer korrekten Antwort und entsprechendem Feedback bei Abgabe

  • Evaluationen – komplexe Fragebögen mit verschiedenen Fragetypen (z.B. Polskalen, Multiple-Choice, Freitext)

Audience Response Systeme (ARS) bzw. Classroom Response Systeme (CRS) ermöglichen es, unmittelbar während oder nach Ende einer Lehrveranstaltung mittels Smartphone (Stud.IP PlugIn ClickR oder PINGO)  oder Clicker Feedback einzuholen, die Auswertung unmittelbar über den Beamer zu präsentieren und mit dem Auditorium zu diskutieren. Der Vorteil des direkten, individuellen Feedbacks bei dialogischen Evaluationen lässt sich so mit dem Vorteil der automatisierten, statischen Auswertung bei standardisierten Umfragen kombinieren. Ein Beispiel ist die 5-Minuten-Lehrevaluation am Ende jeder Vorlesung mit den Fragen (nach Quibeldey-Cirkel, K., 2015: Feedback. Arsnova.eu – Audience Response System für Innovative Lehre. Broschüre der TH Mittelhessen):

  1. Was haben Sie heute gelernt?
  2. Was hat Ihnen heute besonders gefallen?
  3. Was haben Sie nicht verstanden und soll auf der Lernplattform erläutert werden?

Auf den Seiten des ZMML finden Sie Informationen zum Einsatz von ARS an der Universität Bremen.

Sie können sich auch per Email an die Kolleginnen und Kollegen des ZMML wenden.

Die Blitzlichtmethode ist schnell und unkompliziert durchzuführen und ermöglicht kurzfristige Feedbacks der Veranstaltungsteilnehmenden an die Dozierenden. Hierzu schreiben die Teilnehmenden in stark begrenzter Zeit, i.d.R. nur ein bis zwei Minuten, alles auf, was ihnen zu einer bestimmten Fragestellung einfällt. Hierbei ist es sinnvoll, sich eine klar abgegrenzte Fragestellung zu überlegen und nicht zu generalistisch zu fragen. Auf diesem Weg erhält man zwar nur eine Momentaufnahme der Stimmung, diese ist aber relativ unverfälscht. Trends lassen sich hierdurch ablesen. Das Blitzlicht kann auch mündlich durchgeführt werden, dabei besteht aber die Schwierigkeit, dass die Antworten sich aufeinander beziehen und zudem ist die Anonymität nicht gewährleistet.

Beim Impuls-Feedback geben Sie eine Liste von Fragen vor, die die Studierenden vervollständigen sollen. Die Fragen sollten leicht verständlich und von allen Studierenden beantwortbar sein. Beispiele sind:

  • Besonders interessiert hat mich…

  • Weniger interessiert hat mich...

  • Ich hätte lieber etwas (mehr) erfahren über...

  • Sehr wichtig fand ich, dass...

  • Ich möchte bemerken, dass...

  • Mir fehlte, dass...

  • Nützlich/wichtig war, dass...

  • Weniger nützlich/wichtig war, dass...

  • Wir kamen gut voran/nicht gut voran, weil...

  • Ich fühle mich wohl/nicht wohl, weil...

  • Ich war nicht einverstanden, als...

  • Meiner Meinung nach sollte die Veranstaltung darin verändert werden, dass...

Die Antworten werden im Anschluss von den Lehrenden ausgewertet. Durch Gruppierung kann der allgemeine Trend herausgearbeitet werden, aber auch Extrempositionen können berücksichtigt werden. Abschließend sollten die Ergebnisse im Rahmen der Lehrveranstaltung gemeinsam diskutiert werden. Hier haben die Lehrenden auch Gelegenheit, zu den Ergebnissen Stellung zu nehmen.

Bei ausreichend großen Lehrveranstaltungen und unter der Voraussetzung, dass die Lehrenden die Studierenden nicht aufgrund der Handschrift erkennen, ist die Anonymität bei dieser Methode gewahrt. Alternativ kann das Impuls-Feedback auch Online durchgeführt werden, es verliert dann aber i.d.R. den Impuls-Charakter.

Eine Zielscheibe wird in gleich große Segmente unterteilt. Dabei symbolisiert jedes Segment einen zu bewertenden Themenbereich (z. B. Arbeitsaufwand, Auswahl der Texte etc.). Die Zielscheibe kann dabei als Folie auf einem Tageslichtprojektor aufgelegt, als großes Plakat an die Wand gehängt oder zur Not auch an die Tafel gemalt werden (im letzteren Fall sollte die Möglichkeit zum Abfotografieren bestehen). JedeR (freiwillige) Studierende kann nun Punkte innerhalb der jeweiligen Segmente einzeichnen. Je näher der Punkt an der Mitte angesetzt wird, desto positiver ist die Bewertung in dem entsprechenden Bereich. Dabei sollen eingezeichnete Ringe die Punkteskala (max. 5 Ringe) aufzeigen. Das Feedback kann sowohl öffentlich (alle Studierende antworten gleichzeitig) oder anonym (Zielscheibe ist von der Gruppe abgewandt) abgegeben werden.

Die Lehrperson sollte in jedem Fall den Raum während des Ausfüllens der Zielscheibe verlassen.

Vorteil dieser Methode ist, dass das Ergebnis ohne großen Aufwand direkt sichtbar ist. Zudem bleibt die Anonymität gewahrt. Allerdings eignet die Methode sich nicht für zu große Gruppen (empfohlen bis 30 Personen), da das individuelle Ausfüllen ansonsten zu zeitaufwändig wird.

Informationen zum Datenschutz

Hier finden Sie die wichtigsten Unterlagen zu Datenschutz:

Weitere Informationen sind im QM-Portal der Universität Bremen zusammengestellt.

Allgemeine Hinweise zur Lehrevaluation

Zusicherung und Wahrung der Anonymität ist oberstes Gebot bei der Evaluation. Insbesondere in kleinen Lehrveranstaltungen ist diese Anforderung manchmal schwierig umzusetzen. Aber auch für kleine Gruppen gibt es sinnvolle Evaluationsmethoden (siehe oben). Die Vertraulichkeit gilt für alle Beteiligten: Studierende müssen sich ohne Angst vor Konsequenzen ehrlich äußern können. Lehrende haben ebenfalls ein Recht darauf, dass die Ergebnisse einer Evaluation vertraulich behandelt werden. Grundsätzliche Informationen zum Datenschutz und zum Umnag mit den Daten der Lehrevaluation finden Sie weiter oben auf dieser Seite und im QM-Portal.

Evaluationen können sowohl am Ende als auch nach der Hälfte oder ca. einem Dreiviertel des Veranstaltungszeitraumes durchgeführt werden. Am Ende ist es möglich, eine Gesamtbewertung zu erhalten, was insbesondere bei inhaltlich stark aufeinander aufbauenden Veranstaltungen, an deren Ende ein klar formuliertes Kompetenzerwerbsziel steht, nützlich sein kann. Der Vorteil einer früheren Evaluation ist, dass die Ergebnisse noch in die weitere Lehrveranstaltungsgestaltung einfließen können und dass der Eindruck von der Lehrveranstaltung nicht von einer möglicherweise kurz bevorstehenden (oder gar von einer bereits abgelegten) Prüfung beeinflusst ist.

Evaluationen sollten von Tests oder Prüfungen getrennt werden, um den Eindruck zu vermeiden, dass die Beurteilungen der Evaluation und die Prüfungsergebnisse miteinander verknüpft werden. Dies geschieht niemals und ist auch technisch ausgeschlossen.

Die Ergebnisse der Evaluationen sollten den Studierenden zurückgekoppelt werden, z.B. durch Aushang der Ergebnisse oder durch eine Besprechung im Rahmen der Veranstaltung.

Was folgt aus der Lehrevaluation?

Lehrveranstaltungsevaluationen sind eine von mehreren Quellen, um Informationen über die Qualität der Lehre zu erhalten. Für die inhaltliche und didaktische Weiterentwicklung des Lehrangebots ist sie unverzichtbar.

In der Qualitätsmanagementsatzung der Universität Bremen wird empfohlen, den Studierenden die Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation zugänglich zu machen. Dies ist insbesondere wünschenswert, da es auch einen positiven Effekt auf die Teilnahmebereitschaft hat. Studierende werden schnell „evaluationsmüde“, wenn sie nicht wissen, was mit den Ergebnissen passiert und ob aus den Befragungen auch Konsequenzen abgeleitet werden. Empfehlenswert ist es, die Ergebnisse in der jeweiligen Veranstaltung zu diskutieren, so erhalten Lehrende außerdem ein zusätzliches Feedback, welches in einem Fragebogen möglicherweise keinen Platz hatte.

Die Ergebnisse fließen darüber hinaus in den Qualitätsbericht des Fachbereichs ein und können im Rahmen von Akkreditierungen eine Rolle spielen (allerdings ausschließlich in aggregierter Form).

Bei Bedarf sollten Lehrende die Ergebnisse der Lehrevaluation zum Anlass nehmen, ein Gespräch mit KollegInnen, Vertrauten oder dem Studiendekan zu führen, um mögliche Optionen der Weiterbildung, Schulung oder des Coachings zu erörtern. Für Lehrende der Universität Bremen gibt es vielfältige Angebote zur hochschuldidaktischen Weiterqualifizierung, u.a. ein hochschuldidaktisches Zertifikat, Coachings oder eine Lehrberatung,

Tipps zur Erstellung von Fragebögen

Fragebögen sollten so kurz wie möglich gehalten werden, damit das Ausfüllen nicht zu lange dauert. Maßgeblich ist hierbei, welche Aspekte Sie wirklich interessieren, damit nicht Daten gesammelt werden, für die Sie keine Verwendung haben.

Offene Fragen bringen i.d.R. interessante Ergebnisse, ihre Auswertung ist allerdings auch enorm aufwändig. Seien Sie also sparsam mit den offenen Fragen und berücksichtigen Sie gerade hier besonders relevante Aspekte.

Pro Frage kann nur ein Aspekt der Veranstaltung bewertet werden, ansonsten bekommen TeilnehmerInnen, die mehrere abgefragte Aspekte unterschiedlich bewerten, Schwierigkeiten, eine passende Antwort zu geben.

Es gibt einige bewährte Fragenkataloge für Lehrveranstaltungsevaluationen, die in der Fachliteratur kritisch reflektiert wurden. Bei diesen Fragebögen ist i.d.R. auch die Möglichkeit zur Bildung von Indizes (also die Zusammenfassung mehrerer Items zu einem statistischen Wert) bereits überprüft. Selbstverständlich können die Bögen mit eigenen Fragen ergänzt werden. Verschiedene Musterfragebögen stehen in Unizensus zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Stefanie Grote

Dezernat 1, Referat Lehre und Studium
VWG 0290
+49-421-218-60357
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Aktualisiert von: Stefanie Grote