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Profil

Institut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik

Am Insitut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik sind vier Arbeitsbereiche angesiedelt. In den Arbeitsbreichen findet Forschung und auch Lehre zu bestimmten Schwerpunkten statt. Alle vier Arbeitsbereiche arbeiten bei der Ausbildung der Studierenden zusammen, sodass sowohl in der Lehre als auch im Tagesgeschäft die verschiedenen Schwerpunkte miteinander vernetzt sind. Das allgemeine Profil und die Profile der einzelnen Arbeitsbereiche werden hier vorgestellt.

Abbildungen verschiedener religiöser Symbole an einer Wand

Religionswissenschaft in Bremen

Religionswissenschaft hat in den letzten Jahren einen ungeahnten Aufschwung erfahren: Während vor einigen Dekaden noch das Verschwinden von Religion in der modernen Gesellschaft erwartet wurde, haben Religion(en) im Gegenteil in den letzten Jahren gesellschaftlich immer mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit erhalten. Entsprechend werden heute analytische Kompetenzen zum Thema Religion(en) in fast allen Berufsfeldern nachgefragt, so in Journalismus, Politik, Migration, Bildung, sozialen und gesundheitsbezogenen Bereichen.

Religionswissenschaft als Fach an der Universität Bremen ist eine der Kulturwissenschaft zugeordnete akademische Disziplin, die im Gegensatz zu theologischen Studiengängen keinem konfessionellen Bekenntnis verpflichtet ist. Sie beschreibt Religion(en) als wichtigen Bestandteil der jeweiligen Kultur und fragt nach ihrer historischen und gegenwärtigen Bedeutung in gesellschaftlichen und medialen Zusammenhängen. Zentrale Elemente des Bachelorstudiums Religionswissenschaft an der Universität Bremen sind die Einführung in unterschiedliche religiöse Traditionen wie z. B. Christentum, Islam und Hinduismus, die Analyse institutioneller Strukturen sowie gesellschaftlicher und medialer Repräsentationen von Religion allgemein und von bestimmten religiösen Traditionen. Es werden sowohl Theorien über Religion thematisiert als auch das Verhältnis von Religion, Gesellschaft und Kultur in Geschichte und Gegenwart in unterschiedlichen Facetten untersucht.

Studienschwerpunkte / Vertiefungsrichtungen

  • Empirische Erforschung der religiösen Gegenwartskultur
  • Religion und Mediatisierung
  • Bildung, Religion, Gesellschaft
  • Religionspädagogik und Fachdidaktik
  • Religion und digitale Medien
  • Globale Religionsgeschichte
  • Religionswissenschaftliche Theoriebildung 
Kompass auf alter Landkarte

Globalgeschichte des Christentums

Das Christentum wird heute im Allgemeinen als eine der großen Weltreligionen verstanden. Diese Sichtweise unterscheidet sich wesentlich von älteren Konzepten, nach denen das Christentum als die einzige, wahre Religion galt, während andere Glaubensformen als Häresie, Abgötterei oder Götzendienst betrachtet wurden.

Die neuere historische Religionsforschung hat gezeigt, dass es sich bei dem Konzept der Weltreligion um keine quasi-natürliche Form menschlicher Existenz handelt, sondern vielmehr um eine Idee, die sich erst im Rahmen des europäischen Kolonialismus im 19. Jahrhundert weltweit etablieren konnte. Angestoßen durch die junge Religionswissenschaft in Europa und den USA sowie die liberale Theologie begannen in dieser Epoche Intellektuelle in allen Kontexten der Welt, bestimmte Denktraditionen unter einem gemeinsamen, globalen Verständnis von (Welt-)Religion zu reformulieren. Diese Entwicklung setzte einen Normierungsprozess in Gang, der dazu führte, dass die verschiedenen Weltreligionen, wie beispielsweise der Hinduismus, der Islam oder das Christentum, zu den vergleichbaren Größen wurden, als die sie uns heute erscheinen.

Der Arbeitsbereich hat zum Ziel, die Neuaufstellung der christlichen Religion im Sinne des globalen Konzepts der Weltreligion ab dem 19. Jahrhundert zu erforschen. Im Fokus stehen dabei die globalen Verflechtungen, welche die christliche Religion im Prozess ihrer Neuaufstellung geprägt haben – sei es mit anderen religiösen Akteuren, den sich neu formierenden universitären Wissenschaften oder den (kolonial-)politischen Akteuren der sich globalisierenden Welt. Anhand wirkungsmächtiger Beispiele werden dabei die globalen Aushandlungsprozesse analysiert, die in den verschiedenen Kontexten zur Neuformierung und konzeptuellen Vereinheitlichung von christlicher Identität, Geschichtsverständnis und Theologie geführt haben.


Forschung im Arbeitsbereich

  • "Esoterik auf Bali"
    Projektleitung: Prof.Dr. Yan Suarsana, Mitarbeiterinnen: Lena Beisel
    Gefördert durch: DFG, 2017 - 2020


Team

Prof.Dr. Yan Suarsana
Ulrich Harlass
Lena Beisel

    Pope and Media

    Medien der Religionen

    Es ist in der Öffentlichkeit und Wissenschaft unumstritten, dass unser gegenwärtiges Leben zunehmend von Medien geprägt wird. So sind auch religiöse Diskurse eng mit Medien verbunden: Moderne (Massen-)Medien wie Film, Fernsehen, Radio, Internet und Virtuelle Welten prägen die religiöse Landschaft und besitzen Einfluss auf die Identitätsbildung religiöser Akteure. Zunehmend nutzen diese Akteure Medien auch selbst zur (Re-)Präsentation und Aushandlung ihrer religiösen Identität, beispielsweise auf Weblogs, in Social Networks oder speziellen Programmformaten wie z.B. religiösen Spartensendern. Immer stärker werden Medien auch von religiösen institutionell sowie nicht-institutionell organisierten Gruppierungen eingesetzt, um Inhalte in eine breite Öffentlichkeit zu transportieren. Daher spiegeln Medien einerseits kulturelle und gesellschaftliche Konstruktionsprozesse sowie deren Veränderungen wider, andererseits formen, verändern oder schaffen sie diese Konstruktionen auch selbst.

    In verschiedenen Forschungsprojekten untersucht der Arbeitsbereich den Zusammenhang von Medien und Religionen und deren Wandel. Die Forschung umfasst dabei zwei unterschiedliche Untersuchungsgegenstände und methodische Herangehensweisen:

    1. Analyse des Mediendiskurses

    Akteure bzw. Gruppen präsentieren, diskutieren und organisieren ihre religiösen Vorstellungen mittels diverser Medien (Buch, Bilder, Video, WWW usw.), die unterschiedliche Untersuchungsgegenstände bilden und deren Analyse unterschiedliche Methoden wie die Literaturanalyse, Filmanalyse usw. erfordern. Der Blickwinkel des Arbeitsgebiets ist dabei gleichzeitig synchron und diachron: es werden sowohl gegenwärtige Formen mediatisierter Religion in Film, Fernsehen, Radio, Internet und Virtuellen Welten untersucht, als auch historische Rezeptionsprozesse figuraler, motivischer und argumentativer Topoi. Gegenstand der Forschung sind dabei Printmedien ebenso wie auditive, audiovisuelle, sowie multimediale und interaktive Medien.

    2. Sozial-empirische Untersuchung religiöser Akteure in ihren mediatisierten Lebenswelten

    Im Gegensatz zu bisherigen Forschungsansätzen werden als Ursache von Veränderungsprozessen nicht länger Medien allein gesehen, sondern eher das Zusammenspiel verschiedener sozio-kultureller Prozesse, zu denen Mediatisierungsprozesse in Beziehung gesetzt werden müssen. Aus diesem Grund wird methodisch nicht mehr ein bestimmtes Medium wie beispielsweise das Fernsehen oder das Internet als Untersuchungsgegenstand in den Fokus der Analyse gestellt, sondern die einzelnen Akteure in ihren jeweiligen mediatisierten Welten.  Hierzu werden empirische Forschungsprojekte durchgeführt sowie ein ständiger inner- und interdisziplinärer Austausch gepflegt. So ist der Arbeitsbereich an das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) Bremen angebunden und verantwortlich für das Lab „Medien und Religion“. Der Bereich ist zudem an der Forschergruppe „Kommunikative Figurationen mediatisierter Welten“ beteiligt, die 2011 vom Akademischen Senat der Bremer Universität als Profilverbund anerkannt wurde und eine gemeinsame Initiative der Universitäten Bremen (ZeMKI) und Hamburg (dem Research Center for Media and Communication (RCMC) und dem HBI, dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung) darstellt.


    Forschung:

    Laufende Projekte:
    Abgeschlossene Projekte:

    Team:

    Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler
    Dr. Dr. Lisa Kienzl
    Dr. Łukasz Fajfer
    Dr. Gabriele Richter (Universitätslektorin)

    Mindmap zum Thema Religion

    Religionspädagogik

    Der Religionsunterricht in Bremen unterscheidet sich grundlegend von dem Unterricht in anderen Bundesländern: In Bremen gibt es einen gemeinsamen Religionsunterricht für alle Schüler*innen. Er findet hier nicht nach Bekenntnissen getrennt statt und ist interreligiös. Die Religionspädagogik ist für die fachdidaktische Ausbildung der Lehramtsstudierenden verantwortlich. Sie stellt die überkonfessionelle und interreligiöse Ausrichtung des Religionsunterrichts in Forschung und Lehre ins Zentrum.


    Forschung:

    • "Interkulturelle und interreligiöse Pädagogik"
      Projektleitung: Dr. Eva Maria Kenngott

    Team

    Dr.Eva-Maria Kenngott (Leiterin des Arbeitsbereichs)
    Dr. Christina Lange (Schwerpunkt: Grundschule)
    Lea Oetting (Universitätslektorin) (Schwerpunkt: Gymnasium/Oberschule)
    Jan Krawczyk (Doktorand)

    Betende Menschen in der Grabeskirche in Jerusalem

    Empirische Religionsforschung und Theorie der Religion

    Der Arbeitsbereich widmet sich der qualitativen sozial-empirischen Erforschung der religiösen Gegenwartskultur. Das heißt, wir beschäftigen uns mit konkreten religiösen Menschen, Gruppen und Bewegungen und betrachten diese im Kontext der heutigen Gesellschaft in Deutschland und international. Dabei liegt ein Schwerpunkt des Arbeitsbereichs auf dem Islam, allerdings immer auch in seinem Austausch und Vergleich mit weiteren religiösen Traditionen und Gemeinschaften.

    Vor diesem Hintergrund analysieren wir gruppen- und religionsübergreifend Prozesse von religiöser Identitätsbildung, Grenzziehung und Radikalisierung.

    In Wechselwirkung mit den empirischen Beobachtungen arbeiten wir auch an religionswissenschaftlicher Theoriebildung. Schwerpunkte sind dabei religiös diverse und interreligiöse Konstellationen sowie das Verhältnis von Religion und Säkularität.


    Forschung:

    Laufende Forschungsprojekte:

     

    Laufende Qualifikationsprojekte:
    • "Interreligiöse Begegnung. Formen, Kontexte und biografische Bedeutung." (Mehr)
      Durchführung: Dr. Anna Neumaier
      Habilitationsprojekt

    • "Christlich-islamische Dialoge in konflikttheoretischer Perspektive"
      Durchführung: Dipl.-Pol. Ayla Satilmis
      Betreuer*innen: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Dr. Magrit Kaufmann (FB 09)
    • "Bridging the Devide? Crossing Borders in the City of Mitrovica: A Narrative Ethnography" (mehr)
      Durchführung: Anne Kauhanen
      Betreuer*innen: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, N.N.
    • "Auf dem Weg der Salaf: Eine ethnographische Studie zu Lebensgeschichten, Orientierungen und religiöser Praxis junger Salafi-Musliminnen in Deutschland"' (mehr)
      Durchführung: Laura Dickmann
      Betreuer*innen: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, N.N.

     

    Abgeschlossene Forschungsprojekte:
    • "Ethnografie in Anwendung auf das Forschungsfeld einer devianten geschlossenen Gemeinschaft: Salafisten in Deutschland"
      Projektleitung: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Mitarbeiter: Till Peters
      Gefördert durch: Excellenzinitiative F4 univ.. Bremen/DFG, 2014 - 2017

    • "Qualitative Evaluation interreligiösen Austausches: 10 Jahre Theologisches Forum Christentum – Islam"
      Projektleitung: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Mitarbeiterinnen: Tabea Spieß
      Gefördert durch: Akademie Stuttgart-Hohenheim, 2013 – 2014

    • "Dialogos-Studie: Interreligiöse und interkulturelle Dialoge mit MuslimInnen in Deutschland. Eine quantitative und qualitative Studie" (Abschlussmonographie:VIRR Band 1)
      Projektleitung: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Mitarbeiterinnen: Dr. Hans-Ludwig Frese, Dipl.-Pol. Ayla Satilmis, Tina Seibert
      Gefördert durch Förderung:BMFSFJ entimon-Programm, BMI, Land Bremen, 2008 - 2012

    • "Islamische Mode: Die Entstehung des Islam als soziale Kraft in Europa" (Abstract)
      Projektleitung: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Mitarbeiterinnen: Dr. Sigrid Nökel, Irene Bregenzer
      Gefördert durch: NORFACE/ DFG, 2007- 2010

    • "Kriterien und Standards für die interkulturelle und interreligiöse Kommunikation – Eine Evaluation bestehender Initiativen des Dialogs mit dem Islam"
      Projektleitung: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Mitarbeiterinnen: Dipl.-Pol. Ayla Satilmis
      Gefördert durch: BMFSFJ, Universität, Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung, 2006 - 2007

     

    Abgeschlossene Qualifikationsprojekte:
    • "Anti-Atheism in the USA"
      Durchführung: Petra Klug
      Gutachter*innen: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Prof. Dr. Phil Zuckerman (Pitzer College Claremont/USA)
      Abschluss: 10/2018
    • "Die Theologie der Befreiung in Chile und ihre politische Entfaltung und Wirkung"
      Durchführung: Dr. Ursula Pohl
      Gutachter*innen: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Prof. Dr. Manfred Hinz (FB09)
      Abschluss: 4/2018
    • "Kontinuität und Wandel islamischer Bildung für Frauen in Pakistan: Die Al-Huda International"
      Durchführung: Katharina Fleckenstein
      Gutachter*innen: Prof. Dr. Jamal Malik (Univ. Erfurt), Prof. Dr. Gritt Klinkhammer
      Abschluss: 10/2010
    • "Bestattungskulturen in Deutschland"
      Durchführung: Corinna Kuhnen
      Gutachter*innen: Prof. Dr. Dr. Christoph Auffarth, Prof. Dr. Gritt Klinkhammerr
      Abschluss: 10/2009

     


    Team

    Prof. Dr. Gritt Klinkhammer
    Dr. Hans-Ludwig Frese (Universitätslektor)
    PD Dr. Beatrix Hauser (Universitätslektorin)
    Dr. Petra Klug

    Kontakt

    Geschäftsführende Direktorin

    Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler
    Sportturm C 6220
    Tel. (0421)218-67911
    Fax (0421)218-4577
    E-Mail: raddeprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de


    Sekretariat

    Susanne Fliss
    Sportturm, C 6120
    Tel. (0421)218-67900
    E-Mail: flissprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

    Das Sekretariat ist Montag bis Donnerstag von 10 - 12 Uhr geöffnet.


    Postanschrift

    Religionswissenschaft / Religionspädagogik
    Sportturm (SpT)
    Postfach 330 440
    28334 Bremen

    oder

    Religionswissenschaft / Religionspädagogik
    Sportturm (SpT)
    Universitäts-Boulevard 18
    28359 Bremen

    Aktualisiert von: H. Grünenthal