(AKAD17) Wege in die Moderne (Das 19. Jahrhundert, 02) - Einführung in die Kunstgeschichte VII

Das 19. Jahrhundert, das Zeitalter der ersten industriellen Revolution, das Jahrhundert des beginnenden Maschinenzeitalters, zeigt sich als ausgesprochen widersprüchlich:

Die Kunst und die Architektur suchten passenden Formen für die Zeit verstärkt in den vergangenen Epochen, um angesichts der Veränderungen Halt zu finden. Und dies so intensiv, dass sich hierfür in der Kunstgeschichte der Begriff des »Historismus« etabliert hat.

Gegenüber den ökonomischen, sozialen und politischen Revolutionen setzte man das Formenvokabular einer vermeintlich »guten, alten« Zeit ein, um Sicherheit und Orientierung zu vermitteln. Die historischen Vorlagen wurden teilweise bunt durcheinander gewürfelt: Neo-Romanik, Neo-Gotik standen in Eintracht mit und in Abgrenzung zu Neo-Renaissance und Neo-Barock. Der »gute Geschmack«, die »Bildung« sollen auf diese Weise dazu beitragen, sich zu distinguieren und sich seiner selbst zu versichern.

Aber es gab zugleich auch eine Vielzahl von Innovationen, von neuen Gestaltungsideen auf der Suche nach dem adäquaten Ausdruck gegen die entwurzelnden Kräfte des Maschinenzeitalters. Der etablierten historistischen Malerei erwuchs mit der Fotografie eine ernste Konkurrenz. Sog. »Ingenieursbauten« setzten sich von der »Bau-Kunst« ab und manifestierten mit ihren nüchternen Konstruktionen auch ein neues ästhetisches Empfinden für eine funktionale Gestaltung. Die Massenproduktion erforderte ebenfalls neue Gestaltungsideen. Neue Sichtweisen begründeten neue Ausdrucksformen und generierten eine ganz neue Konsumkultur.

Zwischen der Betonung des Historischen und den Anforderungen einer industriellen Massenproduktion mit ihren weit reichenden Auswirkungen auf die Gesellschaft, auf das Individuum, auf die Rollenbilder und die Selbstverständnisse der Menschen zeichnete sich im 19. Jahrhundert auf vielen Ebenen die Suche nach den Wegen in die Moderne ab.

Die Vorlesung »Wege in die Moderne« will diese aufzeigen. Unter den Direktiven der Industrialisierung und der Massengüterkultur fand die Kunst neue Ausdrucksformen, die das Individuum stärker in den Fokus rückten. Der Impressionismus lotete hier die Empfindungs- und Ausdrucksmöglichkeiten aus. Der Jugendstil setzte sich von dem Althergebrachten ab – im Französischen heißt er »Art Nouveau«. Die »klassische Moderne« stand in den Startlöchern. Am Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts finden sich die Weichen gestellt, die zwischen Expression und Funktionalismus das Bild der modernen Welt prägen sollten.


Dozent:             Prof. Dr. Alarich Rooch
Zeit:                   Mittwoch, 10:00 s.t. - 11:30 Uhr
Veranstaltungsart:       Online-Seminar

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