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(K) Illustrierte Migrationsgeschichten - Wo du leben willst, da gehe hin…

Flucht und Migration sind keine Phänomene, die erst 2015 mit der sog. „Flüchtlingskrise“ in das Weltgeschehen Einzug hielten. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Migration war Teil der Existenzbedingungen der meisten Menschen auf allen Kontinenten, Sesshaftigkeit eher die Ausnahme. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte das Leben der Menschen in einem ähnlichen Ausmaß wie die Globalisierung heute. In vielen europäischen Ländern wuchs die Bevölkerung dramatisch, die wirtschaftliche Struktur der Gesellschaften bot vielen keine Zukunftsperspektive. „Die Hoffnungslosigkeit, dass es je besser werde…“ formulierte der Brockhaus schon 1820 als das ultimative Abwanderungsmotiv. 

Was treibt Menschen heute wie Millionen andere vor ihnen und nach ihnen, ihre Heimat zu verlassen und sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft zu machen?

Migration ist eines der wichtigsten globalen Themen, mit denen wir uns heute und in der kommenden Zeit zu beschäftigen haben. Migration war aber immer auch ein prominentes historisches Thema. Auch in Europa prägte und prägt Migration die Existenzbedingungen vieler Menschen. Sesshaftigkeit war und ist ein Privileg der Reichen und der Alten, nur wer die finanziellen Mittel hatte oder sein Arbeitsleben schon hinter sich, brauchte nicht auf Wanderschaft zu gehen, um seine Existenz zu sichern. 

Um die Entstehung von Wanderungsprozessen zu erklären, wird häufig das Modell der sog. Push- und Pull-Faktoren herangezogen. Push-Faktoren sind die Bedingungen in den Herkunftsländern von Migranten, die diese bewegen, ihre Heimat zu verlassen. Dazu gehören Hunger und Wirtschaftskrisen, politische und religiöse Unfreiheit, Korruption und Kriminalität, Kriege, ein Erbrecht, das nicht allen Kindern einer Familie Existenzchancen einräumt, ein allgemein wenig hoffnungsvoller Blick in die Zukunft.

Pull-Faktoren sind die tatsächlichen oder vorgestellten Bedingungen in den Zielländern von Migrationsbewegungen. Der bekannteste Pull-Faktor ist hier wohl der „Amerikanische Traum“ von den unbegrenzten Möglichkeiten, nach dem jeder in den USA es zu etwas bringen könnte: ein Leben ohne materielle Not und in persönlicher Freiheit. 

Bremen spielte mit Bremerhaven eine prominente Rolle im Auswanderungsgeschehen, mehr als sieben Millionen Menschen verließen von hier den alten Kontinent. In manchen Jahren, etwa 1907 oder 1913, waren es um die 250.000.
Das waren ca. 380 Menschen, die pro Tag nach Amerika aufbrachen, jeden Tag.

Für Migranten heute ist der Wanderungsprozess kaum ohne ein Handy zu organisieren. Man muss sich über Routen und Gefahren informieren, über Schlepper und Agenten, über Ziele und Netzwerke. Medien spielten aber auch früher eine bedeutende Rolle: Briefe, Ratgeber, Lieder, Legenden steuerten Entscheidungen, übermittelten Informationen, warnten und gaben Rat. 

Folgende Themen sind vorgesehen:

  1. Migration gestern und heute: Ein Vergleich;
  2. Old Immigration: Von Hessen in die Neue Welt;
  3. New Immigration: Von Litauen in die Chicago Stockyards, nach Boston oder in die Lower East Side. Biographien osteuropäischer Auswanderer;
  4. Der Vorort von New York: Bremen und Bremerhaven als Auswandererhafen;
  5. Island of Hope – Island of Tears: Die zentrale Einwandererstation Ellis Island im Hafen von New York;
  6. „Traurig aber wahr“ – Lieder, Briefe, Ratgeber – Medien im Auswanderungsprozess;
  7. „An jeder Ecke riecht es hier nach Mensch“ – die Lower East Side – ein typisches Einwandererviertel gestern und heute;
  8. Arbergen – Amerika und zurück: Die Auswanderungsgeschichte der Familie Eitmann.

Diese Themen werden anhand von Fotografien und Filmausschnitten vorgestellt.


Dozent: Dr. Diethelm Knauf

Termine: 8 Termine mittwochs und donnerstags

  • Mittwoch, 03.03.2021
  • Donnerstag, 04.03.2021
  • Mittwoch, 10.03.2021
  • Donnerstag, 11.03.2021 
  • Mittwoch, 17.03.2021
  • Donnerstag, 18.03.2021 
  • Mittwoch, 24.03.2021
  • Donnerstag, 25.03.2021

Zeit: 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr

Entgelt: 40.- Euro

Veranstaltungsart: Online-Seminarreihe

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