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Event

Wissen um 11: Licht ins Dunkel bringen -- Sehprothesen für das Gehirn

Ort: Haus der Wissenschaft
Beginn: 16. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Ende: 16. Oktober 2021, 12:00 Uhr

Wissen um 11: Licht ins Dunkel bringen -- Sehprothesen für das Gehirn
David Rotermund & Udo Ernst

 

Mehr als 40 Millionen Menschen weltweit sind als blind oder erblindet registriert. Für viele wäre es eine erhebliche Erhöhung der Lebensqualität, wenn visuelle Fähigkeiten zumindest teilweise wiederhergestellt oder verbessert werden könnten. Der technologische Fortschritt der letzten Jahre hat gezeigt, dass verlorene Sinnesfunktionen in der Tat durch neuartige Implantationstechniken und den Einsatz moderner Elektronik („Brain Machine Interfaces“) unterstützt werden können. Eine „perfekte“ Sehprothese ließe das Gehirn nicht zwischen künstlicher kortikaler Stimulation und natürlichen Seheindrücken unterscheiden. Das Bremer Projekt "I-See" möchte in diesem Kontext Sehprothesen verbessern, die die visuellen Signale direkt in die Sehhirnrinde einbringen. Hierfür müssen Forscher und Technologen die Sprache des Gehirns besser verstehen und sprechen lernen. In unserem Vortrag geben wir Ihnen dazu einen Überblick zum Stand der aktuelle Forschungsarbeiten in Bremen und in den Labs unserer internationalen Partner.

David Rotermund erwarb 1996 das Elektrotechnik Vordiplom an der Hochschule Bremen, 2002 das Physik Diplom (Spezialisierung auf Neurowissenschaften und Festkörperphysik) an der Universität Bremen und 2007 den Doktortitel. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er 1992 als chemisch-technischer Assistent. Neben anderen neurowissenschaftlichen Projekten war er an mehreren Projekten auf dem Gebiet der Neuroprothetik beteiligt, wie dem deutsch-israelischen Gemeinschaftsprojekt "Models and Experiments towards Adaptive Control of Motor Prostheses" (METACOMP), dem Forschungsschwerpunkt Neurotechnologie an der Universität Bremen und der Creative Unit "I-See: Das künstliche Auge - Chronische drahtlose Schnittstelle zum visuellen Kortex". Im BMBF-Projekt KALOMED, in dem es darum ging, ein vollständig drahtloses Aufzeichnungssystem zu entwerfen, das unter dem Schädel eines Nutzers implantiert werden kann, arbeitete er als Projektorganisator und Hardware/Software/Firmware-Designer sowie als Data Miner. Er ist der Co-Organisator des kommenden Era-Net Neuron (ein gemeinsames kanadisches / EU-Projekt) zur Entwicklung fortschrittlicher Techniken im Bereich der visuellen Kortexprothese. Neben seiner Forschung auf dem Gebiet der Neuroprothetik interessiert er sich sehr für die Informationsverarbeitung biologisch inspirierten neuronaler Netzwerke.

Udo Ernst hat an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt Physik studiert und 1999 am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen seine Promotion abgeschlossen. Seit 2000 arbeitet Dr. Ernst an der Universität Bremen auf dem Gebiet der Computational Neuroscience. Seine Arbeiten kombinieren Theorie, Modellierung, Simulation und Datenanalyse für die Erforschung von Informationsverarbeitung im Sehsystem und das Verständnis kollektiver Phänomene in neuronalen Netzwerken. Seit Verleihung des Bernstein-Awards im Jahre 2010 leitet Udo Ernst das Computational Neurophysics Lab mit zahlreichen internationalen Kooperationspartnern in Frankreich, Kanada, Belgien, Schweiz, Israel und Japan.

Fördernde Stiftung: Iris und Hartmut Jürgens-Stiftung – Chance auf ein neues Leben

Der Vortrag ist Teil des Projekts MACHT SINN der Stiftung der Universität Bremen
Für den Vortrag ist eine Anmeldung erforderlich an infoprotect me ?!hausderwissenschaftprotect me ?!.de

 

Weitere Infos/Medien

https://www.sat1regional.de/i-see-forscher-der-universitaet-bremen-entwickeln-sehsinn-fuer-blinde-menschen-mittels-ki/

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bremer-forschung-soll-blinden-zu-seheindruecken-verhelfen-_arid,1958009.html

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/wissen/blinde-sehen-brain-computer-interface-ki-bremen-100.html