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EU-Länderfinanzausgleich auf Kosten der Bürger? Nein danke

Nr. 400 / 19. Dezember 2012 SC

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung will keinen dauerhaften Finanzausgleich auf EU-Ebene - und vor allem dafür nicht in den eigenen Geldbeutel greifen. Das ist das wichtigste Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Sozialwissenschaftlern der Universität Bremen unter Leitung von Professor Uwe Engel.

Die Meinung zur Eurokrise ist deutlich: Rund 59 Prozent der Befragten sind gegen einen dauerhaften Finanzausgleich zwischen den Euro-Ländern. Sozialforscher des Arbeitsgebiets für Statistik und empirische Sozialforschung im Institut für empirische und angewandte Soziologie (EMPAS) der Universität Bremen ermittelten in einer repräsentativen Umfrage vom Juni 2012 mit dem Titel „Deutschland im Kontext der Eurokrise“ unter 989 Teilnehmern, dass die Bevölkerung klar dagegen ist, aus Solidaritätsgründen persönliche Einbußen in Kauf zu nehmen.

„Die Ablehnung ist enorm“, sagt Professor Uwe Engel. Nachteile durch einen Solidaritätszuschlag auf EU-Ebene würden 66 Prozent nicht auf sich nehmen. Später in Rente oder Pension zu gehen, erscheint 68 Prozent nicht hinnehmbar. Persönliche finanzielle Nachteile, wie höhere Steuern auf monatliche Einkünfte oder höhere Mehrwertsteuern, lehnen sogar 74 bzw. 71 Prozent ab. „Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Befragung sehr deutlich, dass sich die Deutschen nur bedingt mit den notleidenden Staaten der EU solidarisch verbunden fühlen und sich in der Solidaritätsfrage gespalten zeigen. Hilfen auf EU-Ebene sollten nicht zu Lasten von Bevölkerungsgruppen im eigenen Land gehen. Nur eine Minderheit wäre zudem bereit, zur Lösung der Krise auch persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen“, so EMPAS-Professor Uwe Engel von der Uni Bremen.

Offene Begleitumfrage zur Eurokrise

Wer sich übrigens an einer offenen Begleitumfrage zur Eurokrise beteiligen möchte, kann dies im Internet unter www.deutschlandweit-gefragt.de tun, einer Initiative der Universität Bremen. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Institut für empirische und angewandte Soziologie
Prof.Dr. Uwe Engel
Telefon: 0421 218 67320
E-Mail: uengelprotect me ?!empas.uni-bremenprotect me ?!.de