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Die Klima- und Umweltmanagerin

Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers kennt die Universität Bremen wie kaum jemand anderes. Und das nicht nur, weil sie schon über 25 Jahre dort arbeitet. Als Klima- und Umweltmanagerin ist die 62-Jährige mit so gut wie allen Menschen vernetzt: von der Uni-Leitung bis zur Gebäudebetriebstechnik.

Wer zurzeit über den Campus läuft, sieht nicht nur gemähte Rasenflächen. An manchen Orten ist es regelrecht wild. Gräser und Blumen wachsen und blühen – zum Beispiel hinter der Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB). Hinter dem Sportturm befindet sich ein Obstgarten. „BiodiversitätsHub“ nennt sich die Initiative von Studierenden, Mitarbeitenden, dem Dezernat für Gebäudemanagement, Professorinnen und Professoren. Ziel ist es, die Pflanzenvielfalt auf dem Campus zu fördern.

Im August feiert das Projekt „Uni Bremen Solar“ zehnjähriges Bestehen. Hier produzieren Mitarbeitende in Eigeninitiative auf sechs Gebäuden der Universität ökologischen Strom mit Photovoltaik-Anlagen. Das sind nur zwei Beispiele von ehrenamtlichen Projekten, die den Klima- und Umweltschutz auf dem Campus fördern. Doris Sövegjarto – unter diesem Namen ist sie an der Uni bekannt – betreut sie. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. „Ich bin immer wieder beeindruckt von dem Engagement der Uni-Angehörigen.“

„Bei mir darf man abkucken“

Ihr Arbeitsbereich umfasst aber natürlich noch viel mehr: Doris Sövegjarto ist für das gesamte Klima-und Umweltmanagement der Universität Bremen zuständig. So besitzt die Universität seit 2004 ein kontinuierlich validiertes Umweltmanagementsystem nach EMAS (Eco-Management Audit Scheme). Mit diesem Zertifikat bescheinigt die Universität, dass sie ihre Umweltleistungen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus erfüllt. Doris Sövegjarto betreut den gesamten Prozess. Dadurch weiß sie, was alles an der Universität im Bereich Klima- und Umweltschutz passiert – ob in der Forschung, Lehre oder in anderen Bereichen. „Die Universität muss sich hier nicht verstecken“, sagt sie.

„Als wir mit der EMAS-Evaluierung anfingen, hatten wir in Deutschland eine Vorbildfunktion für andere Universitäten“, erinnert sie sich. Der promovierten Chemikerin ist eines dabei ganz wichtig: ihr Wissen und ihre Kompetenzen mit anderen zu teilen. Fragt zum Beispiel eine Kollegin einer anderen Universität nach, gibt Doris Sövegjarto ihr Wissen weiter. „Bei mir darf man abkucken“, sagt sie, „ich bin für Transparenz.“

„Umweltschutz war schon immer mein Thema“

Mit dieser Haltung passte sie gut an die Universität Bremen, als sie 1981 als Studentin aus privaten Gründen von Düsseldorf nach Bremen kam und an der Universität ihr Chemiestudium fortsetzte. Projektstudium und politisches Engagement waren Dinge, die der damaligen Studentin gut gefielen. Bremen fand sie toll. „Die Menschen waren so nett“, sagt sie, „auch die Profs. Ich fühlte mich gleich zu Hause“. Und Nachhaltigkeit war für Doris Sövegjarto schon in ihrem Studium wichtig. „Umweltschutz war schon immer mein Thema.“

Nach ihrem Studium promovierte die Chemikerin an der Uni Bremen und gründete eine Familie. Nach ein paar Jahren am heutigen Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS wechselte sie 1996 an das damals gerade neu gegründete Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT) der Universität. Mit dem damaligen Kanzler Gerd-Rüdiger Kück arbeitete sie im 1996 gegründeten Umweltausschuss. Heute heißt er Nachhaltigkeitsforum und kümmert sich um nachhaltige Entwicklung an der gesamten Universität. „Dies betrifft nicht nur den Umweltschutz“, erklärt sie, „auch soziale und wirtschaftliche Aspekte stehen im Fokus.“

„Je mehr Menschen nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen, desto besser“

Ein wichtiges Thema ist für Doris Sövegjarto auch die Reduzierung der CO2-Emissionen auf dem Campus. Vor gut zehn Jahren hat sie eine Umfrage zur Mobilitätspraxis der Universitätsmitglieder durchgeführt. Wie viele Mitarbeitende kommen mit dem Rad zur Arbeit, Bus und Bahn oder Auto? Auch hier erarbeitet sie Maßnahmen zur Klimaentlastung durch alternative Mobilitätskonzepte. Doris Sövegjarto freut sich, dass es in den nächsten Jahren eine S-Bahn-Station in der Nähe der Universität geben soll. „Je mehr Menschen nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen, desto besser“, sagt sie.  Anreize soll auch eine Energiesparkampagne schaffen, die die Umwelt- und Klimamanagerin zurzeit wieder für den Herbst in allen Uni-Gebäuden plant. Uni-Mitarbeitende bekommen Tipps, wie sie in ihren Büro- und Laborräumen mehr Strom und Energie sparen können: zum Beispiel durch so simple Dinge wie Mehrfachstecker, die man ein- und ausschalten kann, oder stoßlüften. „An der Universität gibt es viel Personalwechsel, da muss man die Menschen immer wieder neu ansprechen.“

„Die Universität Bremen ist auf einem guten Weg“

Wie sieht Doris Sövegjarto die Zukunft der Universität in ihrem Bereich? „Klimaschutz und der Schutz der Biodiversität sind die größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Universitäten bilden hier als Vorbilder wichtige Keimpunkte und sollten immer als gutes Beispiel vorangehen“, sagt sie. Die Universität Bremen sei hier auf einem guten Weg. „Ich bin sicher, dass sie diesen Weg auch in Zukunft mit Unterstützung aller Universitätsangehörigen weitergehen wird.“

Wenn Doris Sövegjarto nicht arbeitet, sieht man sie oft im Bürgerpark. „Ich kenne dort jeden Grashalm und jeden Baum“, sagt sie lachend, „ich liebe die Natur“.

Weitere Informationen:

www.uni-bremen.de/umweltmanagement
https://blogs.uni-bremen.de/campusgoesbiodiverse/
www.uni-bremen.de/unibremensolar

Fragen beantwortet:

Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers
Geschäftsführung des Nachhaltigkeitsforums und Umweltmanagementkoordinatorin
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-63376
E-Mail: soeveprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

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Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers übt ihren Beruf seit mehr als 25 Jahren mit großer Leidenschaft aus. Dabei ist es ihr stets wichtig ihr Wissen zu teilen.