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Neue Studie zu staatlichen Überwachungsmaßnahmen während der Corona Pandemie

Während der aktuellen Corona Krise sind Geschäfte geschlossen, der Handel wurde eingeschränkt und Menschen unterliegen Kontaktverboten. In fast allen westlichen Demokratien schränken Regierungen grundlegende Bürgerrechte ein. In der Krise gelten andere Regeln – auch für den Datenschutz?

Derzeit werden staatlichen Maßnahmen zur Nutzung mobiler Daten diskutiert und umgesetzt, ohne vorab für den Fall einer Krise präventiv erörtert worden zu sein. Das Timing dieser Maßnahmen könnte ethisch bedenklich sein, weil sich individuelle Präferenzen und Entscheidungen verändern, wenn Menschen Angst empfinden.

Kirsten Hillebrand, Doktorandin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Finanzdienstleistungen und Finanztechnologie, untersuchte in einer Online Studie mit 1.156 Teilnehmern während des Ausbruchs der Krise in Deutschland, inwiefern die Deutschen Standort-Daten erstens freiwillig preisgeben und zweitens der staatlichen Überwachung aller Bürger zustimmen, um die Ausbreitung des COVID-19 Virus zu kontrollieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass (1) Angst, die Bereitschaft, eigene Standort-Daten freiwillig vom Staat überwachen zu lassen, erhöht und (2) Angst die Akzeptanz von staatlicher Überwachung der Standortdaten aller Deutschen direkt und indirekt steigert. Erklärt wird die Zustimmung zur staatlichen Überwachung der Standortdaten damit, dass Angst das generelle Misstrauen in andere Menschen fördert. Weitere Studien zu staatlichen Maßnahmen und der Bereitschaft, Daten zu teilen, sind derzeit in Vorbereitung.

Die Studie kann hier abgerufen werden:
papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm

Corona
Aktualisiert von: Redaktion