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Neues DFG-Netzwerk

Am 9. und 10. Dezember findet der Auftakt-Workshop des DFG-Netzwerks „Potenziale und Herausforderungen der Computational Communication Science am Beispiel von Online-Protest“ an der Universität Bremen statt.

Das Netzwerk ist ein von der DFG geförderter zusammenschloss von insgesamt 18 renommierten Kommunikationswissenschaftler*innen, die im Forschungsfeld der CCS arbeiten. Die DFG fördert das Netzwerk ab Dezember 2021 für drei Jahre mit insgesamt rund 120.000 Euro. Insgesamt sind 7 Netzwerktreffen geplant, zu denen teilweise weitere Wissenschaftler*innen eingeladen werden. Das Netzwerk wurde eingeworben und wird koordiniert von Vertr.-Prof. Dr. Stephanie Geise (ZeMKI, Bremen); bei der Netzwerk-Arbeit wird Stephanie Geise von dem Netzwerkmitglied PD Dr. Merja Mahrt (HHU Düsseldorf) als Co-Koordinatorin unterstützt.

Der vom ZeMKI aus digital organisierte, zweitägige Auftaktworkshop zum DFG-Netzwerk hat das Ziel, das gemeinsame Verständnis des Gegenstandsbereichs zu vertiefen und mit Blick auf das Anwendungsbeispiel Online-Protest zu konkretisieren. Am ersten Tag erörtern wir an konkreten Fallbeispielen die Spannweite der theoretischen und methodischen Fragen, mit denen wir uns in den folgenden Workshops näher auseinandersetzen werden und differenzieren die gemeinsamen Entwicklungsziele weiter aus. Da es sich bei Online-Protest um genuine Kommunikationsphänomene handelt, arbeiten wir einerseits eine spezifische kommunikationswissenschaftliche Perspektive und andererseits die Schnittstellen zu anderen Disziplinen – Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpsychologie, Informatik, Informationswissenschaft und Data Science – heraus. An Tag 2 erweitern wir daher unsere Perspektive durch Impulsvorträge eingeladener Protest-Forscher*innen aus verwandten Disziplinen. In einer Gesamtdiskussion führen wir die Ergebnisse zusammen und dokumentieren sie für die weitere Netzwerkarbeit.

Den Herausforderungen der Digitalisierung wird in den Sozialwissenschaften derzeit u.a. mit einer Erweiterung des Methodenspektrums um so genannte Computational Methods begegnet. Auch in der Kommunikationswissenschaft etabliert sich die Subdisziplin Computational Communication Science (CCS). CCS erscheint besonders geeignet, um komplexe, multikausale Prozesse und Phänomene aufzubrechen und multiperspektivisch zu beleuchten. Trotz ihrer zunehmenden Etablierung steht die CCS auch vor Herausforderungen. Neben einer noch ausstehenden Reflexion der Anwendung von Computational Methods wird eine stärkere theoretische Verortung gefordert. Weil diese Probleme nicht von Einzelnen gelöst werden können, erscheint eine stärkere Vernetzung von Forscher*innen sowie eine Erhöhung der Sichtbarkeit und Transparenz von CCS-Forschungsprozessen essentiell. Im DFG- Netzwerk stellen wir uns wir diesen Herausforderungen, indem wir anhand der inhaltlichen Klammer „Online-Protest‟ aufzeigen, wie CCS-Studien zur Bearbeitung komplexer Fragestellungen beitragen und in den bestehenden Theorie- und Methodenkanon eingebunden werden können. Ziel ist somit nicht nur ein Beitrag zur Verstetigung von CCS, sondern auch die Bearbeitung konkreter Fragestellungen in einem gesellschaftlich relevanten und dynamischen Forschungsfeld.

Mitglieder des Netzwerks sind:
1. Marko Bachl, Kommunikationswissenschaft, Universität Hohenheim 
2. Emese Domahidi, Kommunikationswissenschaft, TU Illmenau 
3. Lena Frischlich, Kommunikationswissenschaft, WWU Münster
4. Stephanie Geise, Kommunikationswissenschaft, WWU Münster
5. Jörg Haßler, Kommunikationswissenschaft, LMU München
6. Jakob Jünger, Kommunikationswissenschaft, Universität Greifswald 
7. Pascal Jürgens, Kommunikationswissenschaft, Universität Mainz 
8. Christian Katzenbach, Kommunikationswissenschaft, HIIG Berlin
9. Merja Mahrt, Kommunikationswissenschaft, HHU Düsseldorf 
10. Judith Möller, Kommunikationswissenschaft, Universität von Amsterdam 
11. Julia Niemann-Lenz, Kommunikationsw., Hochschule für Musik, Theater & Medien 
12. Christian Nuernbergk, Kommunikationswissenschaft, Universität Trier
13. Nicole Podschuweit, Kommunikationswissenschaft, Universität Erfurt 
14. Cornelius Puschmann, Kommunikationswissenschaft, Universität Bremen 
15. Michael Sülflow, Kommunikationswissenschaft, Universität Mainz 
16. Annie Waldherr, Kommunikationswissenschaft, Universität Wien
17. Martin Wettstein, Kommunikationswissenschaft, Universität Zürich 
18. Gregor Wiedemann, Informatik, Hans-Bredow-Institut, Hamburg

Workshop-Programm

Do 9.12.2021
13:00 Uhr    Begrüßung & kurze Vorstellungsrunde der Netzwerker*innen 
13:45 Uhr    Entstehungsgeschichte und Ziele des Netzwerks
14:15 Uhr    Neue Ideen und Impulse aus heutiger Perspektive ("Open Conceptboard") 
15:45 Uhr    Vorstellung und Diskussion der mitgebrachten Fallbeispiele anhand der Steckbriefe 
17:45 Uhr     Zusammenfassung & Fazit; kollaborative Ergänzung "Open Conceptboard"
  
Fr 10.12.2021
Impulsvorträge der Gäste (jeweils 25 Minuten + 25 Minuten Diskussion)
09:00 Uhr     Impulsvortrag Prof. Dr. Andreas Hepp, ZeMKI, Bremen
09:55 Uhr     Impulsvortrag Prof. Dr. Dieter Rucht, WZB
11:05 Uhr     Impulsvortrag Dr. Simon Teune (angefragt)
12:00 Uhr     Gesamtdiskussion der Impulse
13:00 Uhr     Netzwerk-Kooperation "Handbook of Computational Social Science"
13:45 Uhr     Kurzer Ausblick auf den Theorie-Workshop
14:00 Uhr     Ende des Auftaktworkshops

 

Aktualisiert von: ZeMKI