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Veranstaltungsreihe “SchlussPunktStart” – "Zwischen Nachrichtenwert und strukturellen Faktoren"

Am 29.06.2022 stellt Benedikt Westphal um 17 Uhr seine Forschungsergebnisse zum Thema "Zwischen Nachrichtenwert und strukturellen Faktoren - Welche Aspekte beeinflussen die Umsetzung von konstruktiven Journalismus in Redaktionen" in der Galerie am schwarzen meer (Am Schwarzen Meer 121) vor.

„If it bleeds, it leads” – dieses Motto gilt seit langer Zeit als Treiber für Nachrichtenjournalismus. Je kontroverser und „blutiger“ das Thema, desto höher ist dessen Nachrichtenwert. Laut Vertre­ ter*innen des konstruktiven Journalismus führt dieses Motto jedoch in eine gesellschaftliche Sack­ gasse. Wer Konflikte und Probleme nur beschreibt, ohne auch existierende Lösungswege zu beschreiben und zu untersuchen, kommt seiner journalistischen Pflicht nur zur Hälfte nach. Leser*innen gewännen so den Eindruck, dass es für soziale und gesellschaftliche Probleme keine Lösungen geben würde. Stattdessen würden sie resignieren und sich zurückziehen, statt gesell­ schaftliche Probleme als lösbare Herausforderungen zu betrachten und sich für deren Überwin­ dung zu engagieren.

Konstruktiver Journalismus (auch Lösungsjournalismus genannt) wurde Anfang der 2010er Jahre entwickelt, um den „klassischen“ Nachrichtenjournalismus zu ergänzen. Das Konzept stellt die Frage nach der Lösung in den Mittelpunkt. Welche Ansätze gibt es beispielsweise, um Obdachlo­ sigkeit zu verringern? Wo wurden diese Ideen vielleicht schon umgesetzt und lassen sie sich bei uns ebenso implementieren? Die Zielsetzung besteht allerdings nicht darin, sich zum blinden Ad­ vokaten für eine Lösung zu machen. Stattdessen sollen auch die Lösungen journalistisch­kritisch hinterfragt werden.

Die Idee des konstruktiven Journalismus verbreitete sich von Skandinavien (v.A. Dänemark) schnell in die ganze Welt und fand viele Anhänger*innen. Einige Jahre später stellt sich jedoch die Frage: War das Konzept auch in der redaktionellen Praxis erfolgreich? Falls ja, wie sieht die Bilanz aus? Und falls nein, woran ist es gescheitert? Welche Faktoren beeinflussen die Umsetzung? Dieser Frage ging Benedikt Westphal in seiner auf den Grund. Der Eintritt ist kostenlos.


Ziel der Vortragsreihe ist es, Forschungsergebnisse mit Bezug zum Journalismus im Laufe des Sommersemesters der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Kooperation zwischen dem Deutschen Journalisten-Verband, Landesverband Bremen, und dem Zentrum für Medien, Kommunikations- und Informationsforschung ermöglicht es den Absolventinnen und Absolventen der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Studiengänge ihre Abschlussarbeiten vorzustellen und mit Medienpraktikerinnen und -praktikern zu diskutieren.

Weitere Informationen:

https://blogs.uni-bremen.de/medienpraxis/

https://www.djv-bremen.de/startseite/info/aktuell/termine/termin/termin-schlusspunktstart-3-konstuktiver-journalismus-29-6-2022

 

Fragen beantwortet:

Dr. Cornelia Driesen

ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung

Universität Bremen

Telefon: +49 421 218-67622

E-Mail: medienpraxis@uni-bremen.de

Aktualisiert von: ZeMKI