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ZeMKI-Forschungskolloquium mit Prof. Dr. Nicholas Baer (Utrecht University, The Netherlands)

The Ends of Perfection: On a Limit Concept in Global Film and Media Theory 02.11.2022, 16.15 – 17.45, Linzer Str. 4, Raum 60.070

Das Konzept der Perfektion hat in der heutigen digitalen Wirtschaft enormen Zulauf. Die neuesten Modelle von Smartphones, Tablets, Laptops und Fernsehern versprechen scharfe, unverfälschte Bilder mit verlustfreier Komprimierung und einer maximalen Ähnlichkeit mit der Realität. Während Hito Steyerl das "arme" oder "unvollkommene" Bild als Gegenmittel zu hegemonialen Medienstrukturen verteidigt hat, wird Baer zeigen, dass das Konzept der Perfektion selbst in seinen Bedeutungen alles andere als stabil oder eindeutig ist. Indem zeitgenössische Debatten über "reiche" und "arme" Bilder sowie "hohe" und "niedrige" Definitionen aufgegriffen werden, wird Baer ein differenzierteres und historisch dynamisches Verständnis von Perfektion als Schlüsselkonzept in der globalen Film- und Medientheorie anbieten. Der Vortrag wird die ästhetische Kategorie der Perfektion als einen wichtigen Ort der theoretischen Untersuchung im Zeitalter der digitalen Technologien und der allgegenwärtigen neoliberalen Logik etablieren.

Nicholas Baer ist Assistenzprofessor für Medien, Kunst und Gesellschaft am Institut für Medien- und Kulturstudien der Universität Utrecht, Niederlande. Er promovierte 2015 in Film & Medien an der UC Berkeley mit einem Schwerpunkt in Kritischer Theorie. Er war Assistenzprofessor für Filmstudien im Fachbereich Kunst, Kultur und Medien an der Universität Groningen. Bevor er in die Niederlande ging, war er Collegiate Assistant Professor in the Humanities und Harper-Schmidt Fellow in der Society of Fellows an der University of Chicago. In seiner Forschung untersucht er Film und zeitgenössische digitale Medien im Zusammenhang mit umfassenderen ästhetischen, kulturellen und philosophischen Debatten der Neuzeit.

 

Aktualisiert von: ZeMKI