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Details

„Filmwissenschaft im verteilten Archiv“ - Vrääth Oehner

Am 18. Dezember 2019 von 12:00 bis 14:00 Uhr im ZeMKI, Linzer Str. 4, Raum 60.070

Abstract

Zu den für die Filmwissenschaft vielversprechenden Folgen der digitalen Transformation „traditioneller“ Archive gehört der Umstand, dass einige europäische Filmarchive gegenwärtig dazu übergehen, den urheberrechtlich unbedenklichen Teil ihrer Bestände Online zugänglich zu machen. Weil diese Bestände in erster Linie ephemeres Filmmaterial enthalten, das nicht gerade zu den klassischen Gegenständen der Filmwissenschaft zählt (frühe kinematographische Ansichten und Aktualitäten, Wochenschaubeiträge, Auftrags-, Industrie- und Lehrfilme sowie Amateurfilme), ist die Filmwissenschaft sowohl mit einem weitläufigen neuen Forschungsfeld als auch mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Wie mit diesem Material umgehen, das sich aus einer ganzen Reihe von Gründen den etablierten Analyseverfahren der Filmwissenschaft hartnäckig zu entziehen scheint? Der Vorschlag, den ich am Beispiel der Onlineplattform I-Media-Cities (imediacities.eu) vorstellen und diskutieren möchte, greift – hoffentlich nicht bloß metaphorisch – auf eine alte Praxis der Orientierung in unbekanntem Gelände zurück: auf die kulturelle und räumliche Kartographie des ephemeren Materials.  
   
 Bio

Gastprofessor Dr. Vrääth Öhner ist Film-, Medien- und Kulturwissenschaftler und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ludwig Boltzmann Institute for Digital History. Von 2011 - 2017 war er Universitätsassistent (PostDoc) am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Letzte Publikationen: Sichtbarmachen. Politiken des Dokumentarfilms (Hg. mit Elisabeth Büttner, Lena Stölzl), Berlin 2018; Abenteuer Alltag. Zur Archäologie des Amateurfilms, Wien 2015 (Hg. mit Siegfried Mattl, Carina Lesky, Ingo Zechner).   

Aktualisiert von: ZeMKI