Infos & Hintergrund

Was ist Jabber?

Jabber ist eine moderne Form des Instant Messaging, bei der man in Echtzeit mit anderen Personen Nachrichten oder Multimedia austauscht. Das Verfahren kann verglichen werden mit dem der E-Mail, nur dass bei Jabber der Echtzeit-Aspekt sehr viel größer geschrieben wird: Es geht um schnelle Nachfragen wie "Bist du heute Abend da?" oder "Ist dies und das schon fertig?".

Warum sollte ich Jabber nutzen?

Dezentralität

Jabber gehört niemandem. Technisch ist es ICQ und MSN überlegen, ohne komplizierter zu sein. Die Adressen lassen sich leichter merken als die ICQ-Nummern, die Buddy-Icons sind endlich so groß, dass man auch was erkennen kannt, es gibt keine nervende Werbung im Programm und die Verbindungen lassen sich per SSL/TLS verschlüsseln.

Jabber ist dezentral aufgebaut, d.h. jeder kann seinen Anbieter frei wählen. Viele hundert Firmen, Organisationen und Privatleute betreiben eigene Server. Die Nutzer all dieser Server können ganz normal untereinander kommunizieren. Es spielt keine Rolle, wo man seinen eigenen Account hat. Gefällt ein Anbieter nicht, so sucht man sich einfach einen anderen. Wie bei E-Mail eben.

Der Internet-Riese Google hat einen Chatdienst namens "Google Talk" gestartet. "Google Talk" ist nichts anderes als Jabber von einem Google-Konto aus. Auch die Chat-Programme von GMX und Web.de sind Jabber-Programme. Auch viele Universitäten bieten eigene Jabber-Server für ihre Studierenden und Mitarbeiter an - unter anderem wir. Und es werden immer mehr.

Datenschutz und Urheberrecht

Datenschutz ist ein Problem, das man nicht unterschätzen sollte. Sobald man ICQ nutzt, stimmt man den Geschäftsbedingungen der Firma zu, der ICQ gehört. Das ist zur Zeit das russische Investment-Unternehmen Digital Sky Technologies (DST)[1].

Dabei haben es diese Geschäftsbedingungen wirklich in sich: DST darf abhören, zensieren, Daten veröffentlichen oder gar verkaufen. Und da man sein Urheberrecht abgetreten hat, darf man sogar theoretisch seine eigenen Daten nicht mehr selbst veröffentlichen. Alles, was man dort schreibt, gehört ab diesem Moment DST. Bei einem "Hallo, wie geht's?" mag das noch ziemlich egal sein, aber bei wertvollen Informationen (Diplomarbeit, ...) solltest man besser zweimal überlegen. Die ICQ-Server stehen in den USA. Somit ist ICQ keine deutsche Firma und unterliegt damit nicht dem deutschen oder europäischen Recht. Bei MSN sehen die Nutzungsbedingungen ähnlich fragwürdig aus.

Diese fragwürdigen Nutzungsbedingungen liegen natürlich nicht an ICQ oder MSN selbst, sondern an der finanziellen Gier der Betreiber. Daher gilt das Gleiche auch für die kommerziellen Jabber-Anbieter (Google, GMX, Web.de), die ebenfalls ähnliche Bedingungen haben. Das Lesen der AGB ist immer wichtig!

Der Vorteil von Jabber ist nun, dass es dezentral ist. Somit kannst man sich einfach einen Server suchen, bei dem einem die Nutzungsbedingungen zusagen. Für unseren Server gelten natürlich die selben Datenschutzvereinbarungen wie für alle anderen Dienste der Universität.

Clientauswahl

Nicht zuletzt gibt es für Jabber nicht "das Programm", das dann vom Hersteller mit Werbung überladen wird. Es gibt haufenweise verschiedene Clients, sodass es schwer ist, einen bestimmten zu empfehlen. Beliebt sind Miranda für Windows, Adium für den Mac sowie Pidgin, das auf allen großen Betriebssystemen läuft. Alle drei unterstützen neben Jabber auch ICQ, MSN und weitere Netzwerke. So kann der vollständige Umstieg Richtung Jabber langsam vollzogen werden

In unseren Anleitungen haben wir für die o.g. Clients genaue Anweisungen gesammelt, wie man sich zum Uni-Jabberserver verbindet.

Teile dieser Seite wurden übernommen aus der Jabber-Einführung des JUNe, welche ebenso wie der Inhalt dieser Seite unter Creative Commons BY-NC-SA 3.0 steht.