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Open Book Prüfungen über das LPLUS-Teststudio

Kurzbeschreibung

Open-Book-Prüfungen sind dadurch gekennzeichnet, dass

  • sie zeitgleich in einem begrenzten Zeitraum online am heimischen Arbeitsplatz geschrieben werden,
  • beliebige Materialien wie Bücher und Aufzeichnungen verwendet werden dürfen,
  • keine Aufsicht geführt wird und
  • keine Authentifizierung über eine Passkontrolle stattfindet.

Die Prüfungsform ähnelt damit mehr einer speziellen Hausarbeit als einer Klausur und gilt nicht als Klausur im Sinne des AT-PO §8 Abs. 4.

Open-Book-Prüfungen zielen meist auf das Prüfen von Anwendungs-, Analyse und Syntheseleistungen über Essay-Fragen und andere offene Antwortformate ab. Wichtig ist, dass die Antworten nicht direkt per Internetrecherche ermittelt werden können (z.B. Fallanalysen oder Auswertung von Datensätzen).  Für die Durchführung wird das E-Klausur-System der Universität Bremen genutzt (LPLUS-Teststudio 3, im folg. LTS3), die technische Vorbereitung und Betreuung übernimmt das ZMML. Die anschließende individuelle Bewertung erfolgt online durch die Prüfungsverantwortlichen. Äquivalente Alternativformate für Studierende, denen die technischen Voraussetzungen fehlen, müssen im Rahmen von Chancengleichheit und Studierbarkeit angeboten werden (Fairnessgebot).

Gruppengröße

30 bis 100 Studierende

Vorgehensweise und digitale Werkzeuge

  1. Frühzeitige Information der Studierenden zum Verfahren (An- und Abmeldung, Prüfungsrücktritte, technische Voraussetzungen, Zeitplan) und zu den Regelungen z.B. bei technischen Problemen und Zugangshürden
  2. Durchführung einer Probeprüfung im LTS (Vers. 3) zur Klärung des Ablaufs und technischer Fragen
  3. Upload der Prüfungsfragen 14 Tage vor der Prüfung
  4. Online-Qualitätskontrolle durch die Prüfungsverantwortlichen (Inhalt, Zeitkontingent, max. Punktzahl, Aufgabenreihenfolge, weitere Optionen)
  5. Upload der Teilnehmerlisten (Name, Vorname, Matrikelnummer, E-Mail-Adresse) 4 Tage vor der Prüfung. Nachmeldungen sind dann nicht mehr möglich!
  6. E-Mail-Benachrichtigung der Studierenden mit einem Zugangslink. Ggf. Anweisungen zur Installation des Safe-Exam-Browsers (SEB, Vers. 2.4). Der SEB ist ein spezieller Browser, der im Vollbild läuft, sich nur mit einem Passwort schließen lässt und zuverlässig alle anderen Anwendungen und Webseiten aussperrt.
  7. Freigabe des Prüfungsstarts erst kurz vor Beginn, Aufhebung der Freigabe ca. 15 Minuten nach Beginn.
  8. Einblenden eines Infotexts bei Prüfungsstart, in dem auf die besonderen Bedingungen hingewiesen wird (Selbständigkeitserklärung, Vorgehen bei technischen Problemen, Ankündigung der Plagiatskontrolle, Konsequenzen bei Täuschungsversuchen, …)
  9. Bei technischen Problemen können Studierende freiwillig den Versuch abbrechen und melden dies nach der Prüfung; der Versuch wird dann nicht gewertet. Abgegebene Prüfungen zählen als Prüfungsversuch.
  10. Ggf. E-Mail, Chat oder Telefonhotline der Prüfungsverantwortlichen als Kommunikationsmöglichkeit bei Rückfragen.
  11. Durchführung einer Plagiatskontrolle. Werden identische Texte gefunden, werden alle betroffenen Prüfungsleistungen mit "nicht bestanden" gewertet.
  12. Online-Nachbewertung durch die Lehrenden. Die Ergebnislisten und Klausurausdrucke (PDF) können eigenständig exportiert werden, eine Rückmeldung an das ZMML ist nicht erforderlich.
  13. Bekanntgabe der Ergebnisse auf dem üblichen Weg (PABO. Die Pflicht zur Archivierung der Prüfungsarbeit (ca. 3 Jahre, siehe Archivierungsverordnung) liegt weiterhin auf Seiten der Lehrenden.

Vorteile

  • Über Optionen wie die Kombination von Zufallsauswahl der Fragen, Zufallsreihenfolge beim Zusammenstellen der Prüfung, vorgegebene Bearbeitungszeit und festgelegte Bearbeitungsreihenfolge kann die Wahrscheinlichkeit einer Zusammenarbeit der Studierenden deutlich minimiert werden.
  • Gegenüber mündlichen Videoprüfungen gewinnt man zeitliche Flexibilität und die Möglichkeit, die Bewertung im Team durchzuführen zu können.
  • Die Teilnehmerzahl wird lediglich durch die verfügbaren Ressourcen für die Korrektur limitiert.

Stolpersteine

  • Faktenwissen kann nur indirekt über dessen korrekte Anwendung geprüft werden.
  • Im Vergleich zur normalen E-Klausur mit geschlossenen Fragen ist der Korrekturaufwand sehr hoch.
  • Äquivalent zu Hausarbeiten kann nicht zuverlässig verhindert werden, dass Studierende mit anderen kommunizieren oder die Prüfung von jemand anderem schreiben lassen. Es sollte somit zusätzlich zu Prüfungsleistung auch eine Selbstständigkeitserklärung eingefordert werden (siehe AT-PO §8 Abs. 9).
  • Ein Speed-Test führt ggf. zu Konstrukt-irrelevanten Varianzen, also der Prüfung von Fähigkeiten die nicht Teil der intendierten Lernergebnisse sind. So werden evtl.  Schnelldenker bevorzugt oder in hohem Maße Medien- statt Fachkompetenz geprüft.
  • Ungleiche technische Voraussetzungen bei den Studierenden (Hardware, Internetverbindung) gefährdet, wie bei allen online-Formaten, die Chancengleichheit.
  • Technische Probleme auf Seiten der Studierenden (Verbindungsabbrüche, langsames Netz) sind wahrscheinlich. In diesem Fall sind Wiederholungsversuche oder Alternativformate anzubieten.