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Veranstaltungsverzeichnis

Lehrveranstaltungen SoSe 2021

Fachbereich 09: Kulturwissenschaften

Veranstaltungen anzeigen: alle | in englischer Sprache | für ältere Erwachsene | mit Nachhaltigkeitszielen

General Studies und Schlüsselqualifikationen (Wahlpflichtbereich) - FB 09

Im außerschulischen Zwei-Fächer-Bachelorstudium erwerben Studierende neben fachwissenschaftlichen auch fachübergreifende Kompetenzen in Form der " General Studies".

Im Fachbereich 09 gliedern sich die General Studies im ZWEI-FÄCHER-BACHELOR in einen fachwissenschaftlichen Pflichtanteil (P) und einen Wahlpflichtbereich (WP). Die Verteilung der General Studies richtet sich nach den Vorgaben des Profilfaches (BA-Struktur ab WS 11/12); nähere Informationen dazu , siehe: http://www.studienzentrum-fb9.uni-bremen.de/bachelor.html

Für Studierende der Studiengänge mit LEHRAMTSOPTION (ab dem WS 11/12) gilt:
für die zu studierenden Schlüsselqualifikationen (3 CP) kann aus dem hier aufgeführten Angebot des Fachbereichs 09 (Module GS I-X) oder dem Angebot der Erziehungswissenschaften (http://www.fb12.uni-bremen.de) frei gewählt werden.
Eine Kombination von Veranstaltungen/Modulen aus beiden Bereichen ist dabei nicht möglich.

Modul GS II - Profilbildung im Fachbereich & Culture for all

Der Fachbereich 09 bietet mit diesem Modul Veranstaltungen zu einer persönlichen Profilbildung im Rahmen kulturwissenschaftlicher Felder an. Diese Themenbereiche zur Profilbildung werden aus der spezifischen Perspektive der Faecher heraus gebildet. Dementsprechend wurde in Kooperation mit anderen Fachbereichen und Institutionen die Veranstaltungsreihe "Culture4all" zum Thema „kulturelle Bildung“ gestaltet. Ein zweiter Schwerpunkt hat sich orientiert an den Bedarfen der Studierenden zum Thema "Studien- und Berufsorientierung" sowie Forschendes Studieren entwickelt.

Prüfungsleistung: gemäß Projekt/Veranstaltung
Anerkennung: von Lehrendem/Lehrender unterzeichneter "Leistungsnachweis" wird im Studienzentrum FB 09 gestempelt
Leistungspunkte: gemäß Projekt/Veranstaltung

B. Culture4all

Die nachfolgenden Veranstaltungen werden Ihnen im Rahmen des "Culture4all"-Schwerpunktes angeboten, der von Prof. Dr. Maria Peters (Studiendekanin und Professorin für Kunstpädagogik FB09) verantwortet und von Frau Anke Fischer organisiert wird. Siehe auch den Blog zu den Lehrveranstaltungen: https://culture4allbremen.wordpress.com/
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
ZPS 2-2-RZPerformance Studies: Regiesprachen und Zuschaukunst. Wege der Wahrnehmung und produktiver Umgang mit dem Fremden in der Begegnung mit dem Gegenwartstheater
Performance Studies: Languages of stage direction and “the art of being audience”. Towards perception and the productive coming to terms with Other in encountering contemporary theatre
Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt. Anmeldungen bis zum 15.03.21 ausschließlich über das Zentrum für Performance Studies: tdvart@uni-bremen.de

Seminar
ECTS: 3-4

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Do 17:00 - 20:00 GW2 B1410

EW L GO3 ©
EW-MA-7.1
Baumhet: 1 (b)

Philipp Piechura
Simon Makhali

Modul GS III - Ausgewählte Fachveranstaltungen

Fuer den "Blick über den Tellerrand" des BA-Curriculums können die Studierenden hier u.a. aus den Veranstaltungen des Fachbereichs 09 auswählen. Nach Absprache zwischen Studierenden und den jeweiligen Lehrenden koennen auch Veranstaltungen anderer Fachbereiche besucht werden.

Anmeldung: Die Veranstaltungsorganisation erfolgt ueber StudIP.
Prüfungsleistung: aktive Teilnahme an der Lehrveranstaltung (ggf. Referat, schriftliche Ausarbeitung)
Anerkennung: von Lehrendem/Lehrender unterzeichneter "Leistungsnachweis" wird entweder in den Institutssekretariaten gesiegelt oder im Studienzentrum FB 09 gestempelt
Leistungspunkte: i.d.R. 2 CP (keine Note), kann nach Umfang der Arbeit und Absprache mit dem/der Lehrenden variieren
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B4-008BAdam Smith: Theorie der ethischen Gefühle
Adam Smith: Theory of Moral Sentiments

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 (2 SWS)

In seinem moralphilosophischen Hauptwerk, „Theorie der ethischen Gefühle“ (Theory of Moral Sentiments), begründet Adam Smith die Ethik auf dem Gefühl der Sympathie, das Menschen füreinander hegen können. Smith ergänzt seine Begründung durch das Konzept des ‚unparteiischen Beobachters‘, das u. a. erklärt, wie wir zu moralischen Urteilen gelangen und gelangen sollen.
Im Seminar wird es zum einen darum gehen, wie Smith Sympathie und das Konzept des unparteiischen Beobachters in Beziehung setzt. Zum anderen soll die darüber hinaus reichende Frage betrachtet werden, ob oder wie sich die Theorie der ethischen Gefühle mit Smiths ökonomischem Hauptwerk, „Der Wohlstand der Nationen: Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen" (An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations), vereinbaren lässt. Hierfür werden Textauszüge aus „Der Wohlstand der Nationen“ bereitgestellt.
Das Seminar hat zum Ziel, Sie mit zentralen Begriffen der Ethik von Adam Smith bekannt zu machen. Zu ihnen gehören u. a. ‚Altruismus‘ und ‚Egoismus‘, ‚Sympathie‘ oder ‚Empathie‘, ‚moralisches Urteil‘ und ‚Unparteilichkeit‘. Darüber hinaus lernen Sie das Konzept der ‚unsichtbaren Hand‘ kennen, das Smith in seiner ökonomischen Theorie entwickelt. Sie erhalten damit Einblick in einen der großen Ethikentwürfe der europäischen Aufklärung und Ausblick auf eine Frage, die auch heute noch aktuell ist: Sind Ethik und Ökonomie miteinander vereinbar?

Das Seminar ist lektüreintensiv. Vor- und Nachbereitung der Seminartermine ist erforderlich, um den Stoff bewältigen zu können. Berücksichtigen Sie dies bitte bei Ihrer Entscheidung, sich für das Seminar einzutragen. Außerdem ist es empfehlenswert, die Textgrundlage für dieses Seminar zu erwerben.

Literatur:
Textgrundlage
Adam Smith (2010): Theorie der ethischen Gefühle. Auf der Grundlage der Übersetzung von Walther Eckstein neu herausgegeben von Horst D. Brandt. Felix Meiner Verlag: Hamburg

Felix Engel
09-30-P1-010AErich Fromm: Haben oder Sein
Erich Fromm: To Have or to Be

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 (2 SWS)

„Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie sind.“ Erich Fromm stellt dieses Zitat von Meister Eckhart programmatisch Haben oder Sein voran. In diesem späten Werk fasst er seine Gedanken über zwei Arten des Seins gut lesbar zusammen: Es ist die Haltung des Habens, die, sofern sie Oberhand gewinnt, in der Gesellschaft und im Einzelnen zum Elend führt. Wird ein Mensch dagegen von der Haltung des Seins bestimmt, kann er seine Fähigkeiten zwanglos entfalten und echte innere Aktivität entwickeln, die selten ohne gesellschaftliche Folgen bleibt.

In diesem Seminar werden wir gemeinsam den Ausführungen Fromms in Haben oder Sein folgen, sie aber ggf. durch andere Schriften ergänzen.

Literatur: Die Texte werden über Stud.IP bereitgestellt.

Anne Christina Thaeder
09-60-M2Einführung in die Kommunikations- und Medienwissenschaft 2
Introduction into Communication and Media Studies II: Media System and Media Change

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 08:00 - 10:00 Online (2 SWS)


Prof. Dr. Stefanie Averbeck-Lietz

Angewandte Philosophie, M.A.

M1 Fachmodul Theoretische Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-M52-01-01Philosophie der Zeit
Philosophy of Time

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 (2 SWS)

Zeit ist eine fundamentale Dimension, in der wir uns sowohl als biologisch-physikalische wie auch als geistige Wesen bewegen. Zeit durchzieht unser Dasein in verschiedenen Erscheinungsformen – unter anderem als physikalische Zeit, als wahrgenommene Zeit, als gesellschaftlich-intersubjektive Zeit und als historische Zeit. Dementsprechend war und ist das Thema Zeit immer wieder der Gegenstand von grundlegenden Diskussionen in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen – von Metaphysik über Wissenschaftsphilosophie und Philosophie des Geistes bis hin zu Philosophiegeschichtsschreibung und Ethik.
Im Kurs werden die wichtigsten zeitspezifischen Fragestellungen dieser verschiedenen philosophischen Teildisziplinen und deren Querverbindungen behandelt. In diesem Sinne bietet der Kurs auch einen allgemeinen Überblick über die Philosophie. Behandelt wird u.a.: die Existenz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; die Möglichkeit von Zeitreisen; die Konstitution unseres Zeitbewusstseins und dessen mögliche neurophysiologische Gegenstücke; zeitliche Vorurteile in unserer Lebensführung ("lieber heut' als morgen"); Verantwortung gegenüber zukünftigen und vergangenen Generationen.


Literatur:

Der Kurs orientiert sich an folgender Monographie, deren Anschaffung empfohlen wird:

- Sieroka, N. 2018. Philosophie der Zeit – Grundlagen und Perspektiven (Reihe C.H.Beck Wissen). München: Beck-Verlag (ISBN 978-3-4067-2787-0) 128 S., 9.95€ (Taschenbuch), 7.99€ (Kindle/ebook).

Ergänzende Literatur wird zum Teil auf einer Lehrplattform zum Herunterladen bereitgestellt. Weitere Literaturhinweise folgen zu Beginn der Veranstaltung.

Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka

M3 Philosophie der Wissenschaften

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-M52-03-09Die Kunst und die Künste: Themen zeitgenössischer Kunsttheorie
Art and Arts: Themes in Contemporary Theories of Art

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 18:00 - 20:00 (2 SWS)

Anlass und titelgebend für dieses Seminar ist die für Herbst 2021 geplante Veröffentlichung eines Kompendiums zur zeitgenössischen Kunstphilosophie: Die Kunst und die Künste: Ein Kompendium zur Kunsttheorie der Gegenwart. Die Herausgeber dieses Kompendiums sind überwiegend bekannte Philosophen für Ästhetik im deutschsprachigen Raum.

Das gibt Anlass zu einer Bestandsaufnahme, die dieses Seminar leisten soll. Dabei geht es darum, die Konstellation der ästhetischen und kunstphilosophischen Theorieentwicklung der letzten zwei Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum in den Blick zu nehmen, zu rekonstruieren und, wo möglich, zu bewerten. Das ist ein ehrgeiziges Unterfangen. Es erscheint aber nötig, möchte man sich im gegenwärtigen Diskurs über Ästhetik und Kunstphilosophie orientieren.

Es gibt mindestens drei nennenswerte Einflüsse aus der Philosophiegeschichte. Erstens den deutschen Idealismus (insb. Kant und Hegel), zweitens die Kritische Theorie (insb. Adorno), drittens die Ästhetik und Kunstphilosophie des 20. Jahrhunderts aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum (z. B. Dewey und Beardsley, insb. aber auch zeitgenössische, wie Kivy oder Carroll).

Voraussetzung für dieses Seminar ist nicht, dass Sie sich mit allen einschlägigen Theorien auskennen. Empfohlen wird aber, dass Sie ein Verständnis für Grundlagenfragen der Ästhetik und Kunstphilosophie mitbringen. Auch eine Verortung der philosophiegeschichtlichen Einflüsse sollte für Sie nicht fremd sein.

Aus der folgenden (offenen) Liste der Literatur werden Auszüge bereitgestellt, die als Textgrundlage für das Seminar dienen:
Literatur:
1. Bertram, Georg W. (2005): Kunst: Eine philosophische Einführung. Stuttgart: Reclam Verlag
2. Bertram, Georg W. (2014): Kunst als menschliche Praxis: Eine Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
3. Deines, Stefan; Liptow, Jasper; Seel, Martin (Hg.) (2013): Kunst und Erfahrung. Beiträge zu einer philosophischen Kontroverse. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
4. Deines, Stefan; Wenning Mario (Hg.) (2016): Contemporary Perspectives on Film and Philosophy [Sondernummer der Zeitschrift Contemporary Aesthetics].
5. Feige, Daniel M. (2012): Kunst als Selbstverständigung. Münster: Mentis Verlag
6. Feige, Daniel M. (2014): Philosophie des Jazz. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
7. Feige, Daniel M. (2015): Computerspiele: Eine Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
8. Feige, Daniel M. (2018): Design: Eine philosophische Analyse. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
9. Menke, Christoph; Küpper, Joachim (Hg.) (2003): Dimensionen ästhetischer Erfahrung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp
10. Menke, Christoph (2005): Die Gegenwart der Tragödie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp
11. Menke, Christoph (2013): Die Kraft der Kunst, Frankfurt a. M.: Suhrkamp
12. Seel, Martin (1997): Die Kunst der Entzweiung: Zum Begriff der ästhetischen Rationalität. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
13. Seel, Martin (2003): Ästhetik des Erscheinens. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
14. Seel, Martin (2007): Die Macht des Erscheinens: Texte zur Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
15. Seel, Martin (2013): Die Künste des Kinos. Frankfurt a. M.: Fischer Verlag
16. Seel, Martin (2017): »Hollywood« ignorieren: Vom Kino. Frankfurt a. M.: Fischer Verlag
17. Wiesing, Lambert (2008): Die Sichtbarkeit des Bildes: Geschichte und Perspektiven der formalen Ästhetik, Frankfurt a. M. (u. a.): Campus Verlag

Felix Engel

M4 Philosophie und Gesellschaft

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-M52-04-07Bildung im Zeitalter der Digitalisierung
Education in the age of digitization

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 18:00 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

M6 Philosophie in der Öffentlichkeit

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-M52-06-02Herausforderungen der Philosophiedidaktik
Challenges of Philosophy Didactics

Blockveranstaltung

Termine:
wöchentlich Mo 08:00 - 10:00 (2 SWS)
Dr. Svantje Guinebert

Kommunikations- und Medienwissenschaft, B.A.

Modul 2 - Einführung in die Kommunikations- und Medienwissenschaft - 2: Mediensystem und Medienwandel

9 Credit Points
Bitte zur Vorlesung EINES der Seminare auswaehlen, ueber StudIP anmelden.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-60-M2Einführung in die Kommunikations- und Medienwissenschaft 2
Introduction into Communication and Media Studies II: Media System and Media Change

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 08:00 - 10:00 Online (2 SWS)


Prof. Dr. Stefanie Averbeck-Lietz

Modul 4 - Grundlagen politischer Theorien/ soziologischer Theorien/ der BWL

Nur im Profilfach
6 Credit Points
Bitte waehlen Sie zwischen 4.1, 4.2 oder 4.3

4.2 - Grundlagen soziologischer Theorien

Für die erfolgreiche Teilnahme an der Vorlesung erhalten Sie 6 Credit Points.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
08-29-4-T4Sozialtheorie / online
[Social Theory]

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 18:00 (2 SWS)

Sozialtheorie formuliert die allgemeinen Fragen und stellt die allgemeinen Begriffe und Modelle soziologischen Denkens bereit, die zur Beschreibung und Erklärung jeglichen sozialen Geschehens herangezogen werden können. In der Vorlesung wird vorrangig eine in der soziologischen Theoriediskussion und Theorieanwendung breit vertretene bzw. genutzte handlungstheoretische Perspektive vorgestellt. Dies geschieht anhand von vier Komponenten eines soziologischen Bezugsrahmens:

• Wie konstituiert sich Handeln, mit welchen anthropologischen Prämissen wird gearbeitet?

• Wie konstituiert sich Sozialität als handelndes Zusammenwirken – und welche Vorstellungen sozialer Ordnung sind damit verbunden?

• Wie kann eine spezifische Handlung erklärt werden?

• Welche Arten von Konstellationen handelnden Zusammenwirkens und welche daraus hervorgehenden Grundmuster sozialer Strukturdynamiken (Entstehung, Aufrechterhaltung, Veränderung von Strukturen) gibt es?

Begleitend zur Vorlesung finden Seminare statt, die spezifische – auch andere - sozialtheoretische Positionen oder Fragestellungen vertiefend behandeln.

Prof. Dr. Uwe Schimank

Komplexes Entscheiden, M.A.

MODULBEREICH: Interdisziplinärer Kernbereich (27 CP)

Modul 06: Ethische und Rechtliche Rahmenbedingungen öffentlicher Entscheidungen (9 CP)

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-M39-2-06-01Grundlagenprobleme der Normsetzungslehre
Basic Problems of Legislation and Regulation

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 14:00 - 16:00 (2 SWS)

Die Veranstaltung zur Einführung in die Normsetzungslehre geht der Frage nach, wie mit Mitteln des Rechts auf soziale Probleme reagiert werden kann und wie gesellschaftliche Gestaltungen vorgenommen werden können. In einem rechtlichen Zusammenhang, der sich über mehrere Ebenen von europäischen Vorgaben über den verfassungsrechtlichen Rahmen bis hin zu den unterschiedlichen nationalen Rechtsgebieten erstreckt, müssen Normen heute mit sehr komplexen Rücksichten gestaltet und umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass sich an gesellschaftlichen Debatten über inhaltlich »richtige« und in der Umsetzung effektive Normen neben den Parteien zahlreiche Interessengruppen und die Öffentlichkeit unter Einbeziehung der Medien beteiligen.
Rechtstheoretisch wird diese schwierige Situation durch Debatten darüber verschärft, welche Regulierungsmethoden überhaupt zur Verfügung stehen und ob nicht der klassische Normsetzungsmodus der Gesetzgebung überstrapaziert wird oder gar überholt ist. So sind in den letzten Jahrzehnten verstärkt Selbstregulierung und Selbstverpflichtung, die Ersetzung von Regulierung durch Transparenz oder zivilgesellschaftliche soziale Kontrolle propagiert worden.
Bis Mitte Mai werden wir stärker im Modus der Vorlesung arbeiten. Im Anschluss daran gebe ich Ihnen einen längeren Text zur Nachbereitung, der auch die Grundlage der Klausur bildet.
In dem Blockseminar möchte ich mit Ihrer Unterstützung durch Gruppenpräsentationen Beispielsfelder aus Bereichen, in denen es konkrete Regulierungen gibt (und umstritten sind) oder Regulierungen gefordert werden, besprechen. Jeweils eine Gruppe von ca. 4 Personen soll uns das Feld präsentieren, damit wir im Anschluss Regulierungsoptionen diskutieren können. Die Felder liegen weit auseinander, erlauben es jedoch, das Regulierungsproblem in der Breite zu diskutieren:

1. Sollte der Besitz und Konsum von Cannabis verboten, reguliert oder ganz freigegeben werden?
2. Gibt es bestimmte (radikale/fundamentalistische) Formen des Glaubens, die an die Grenzen der Religionsfreiheit stoßen und durch Sicherheitsbehörden überwacht werden sollten?
3. Ist Doping im Sport ein verwerfliches Verhalten, auf das neben sportlicher Kontrolle und Sanktionierung auch mit strafrechtlicher Sanktionierung reagiert werden sollte?
4. Kann/muss das Angebot sexueller Dienstleistungen (Prostitution) staatlicher Kontrolle und Reglementierung unterworfen werden?
5. In welcher Weise sollte auf die offenkundigen Missstände in der Massentierhaltung (Beispiel: Geflügelhaltung) reagiert werden?
6. Welche Gründe gibt es dafür, dass die kommerzielle Assistenz zum Suizid bei schweren Krankheiten unter Strafe verboten worden ist?
7. Wie lässt sich das Angebot von Waren, die unter ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Umständen produziert werden (Beispiel: Textilindustrie), verhindern?
8. Wie kann gesichert werden, dass Frauen in geschlechtergerechter Weise auf den Führungsebenen von Unternehmen vertreten sind?
9. Mit welchen Instrumenten kann die Entgeltungleichheit (gender pay gap) zwischen den Geschlechtern überwunden werden?

Pia Annika Lange

Musikwissenschaft, M.A.

Master Musikwissenschaft Musik - Erleben und Erkennen

Modul 3a - Interdisziplinäre Perspektiven I

1. und 2. Semester

In diesem Modul kann alternativ die Vorlesung "Zur Geschichte der Philosophie" oder "Allgemeine Psychologie" besucht werden.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B5-B-IIRingvorlesung: Einführung in die Geschichte der Philosophie II
Lecture series: Introduction to the History of Philosophy, Part II

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 (2 SWS)

Die Ringvorlesung bietet einen Überblick über grundlegende Fragestellungen und Positionen aus der Geschichte der Philosophie sowie über Lebenswerke bedeutender Autoren vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart. (Thematisch ist die Vorlesung zurzeit auf westeuropäische Philosophie begrenzt.)
Zudem zeigt die Vorlesung beispielhaft das besondere Verhältnis der Philosophie zu ihrer eigenen Geschichte auf. Anders als etwa in den Natur- und Technikwissenschaften ist hier der methodische und inhaltliche Bezug zu historischen Positionen selbst ein systematischer Beitrag zur Philosophie. Auch dies wird in der Vorlesung (teils explizit, teils implizit) thematisiert.

Die Vorlesung und die zugehörigen Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Prüfung (20 Min.) zu Themen aus beiden Teilen der Ringvorlesung abgeschlossen wird. Die Prüfung findet am Ende des Sommersemesters und zu Beginn des Wintersemesters statt. Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen schon während der Vorlesungszeit. Diese wird durch die zum Modul gehörenden Tutorien unterstützt. Hier werden durch unbenotete Schreibübungen in verschiedenen Formaten nicht nur die Inhalte der Vorlesung repetiert, sondern auch Fertigkeiten in der Erstellung von Texten erlernt. Die Schreibübungen sind verpflichtend.

Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies oder aus Interesse belegt werden. (Dann entfällt die obligatorische Abgabe der Schreibübungen.)

Lernziele:

• Kenntnis grundlegender Fragestellungen, Positionen und Autoren aus der Geschichte der Philosophie von der vorsokratischen Antike bis zur Gegenwart
• Einbettung dieser Fragestellungen und Positionen in einen historischen Kontext und Nachvollzug, warum und wie sich Fragestellungen historisch gewandelt haben (Einordnungskompetenz)
• Reflektierte Stellungnahme zum systematischen Verhältnis der Philosophie zu ihrer eigenen Geschichte
• Erwerb von Schreibkompetenzen (Coaching zum Verfassen kurzer philosophischer Stellungnahmen)

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Dr. Svantje Guinebert
Catherine Herbin
Dr. Frank Kannetzky
Eike Kroner
Prof. Dr. Georg Mohr
Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka
Anne Christina Thaeder

Philosophie, B.A.

Modul B2 Logik

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B2-1BEinführung in die formale Logik
Introduction to formal logic

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 (2 SWS)

Die Vorlesung führt in die Klassische Logik (Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe) und ihre hauptsächlichen Darstellungsformen (semantischer und axiomatischer Aufbau, System des natürlichen Schließens), die Metatheorie der Logik sowie Grundideen nichtklassischer Logiken ein. Neben der Vermittlung formaler Fähigkeiten werden auch philosophische Aspekte der Logik und ihrer Anwendungen eine Rolle spielen. Der Besuch der begleitenden Tutorien wird dringend empfohlen. Außerdem sind Übungsblätter zu bearbeiten.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B3 Einführung in die Theoretische Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B3-002BDavid Hume: Untersuchung über den menschlichen Verstand
David Hume: An Enquiry concerning human understanding

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 (2 SWS)

David Hume gilt als ein Wegbereiter sowohl der kritischen Philosophie als auch des Empirismus, zugleich als radikaler Skeptiker und Irrationalist (Russell nennt ihn den „Zerstörer der Vernunft“), manche sehen in ihm einen frühen Pragmatisten.

Hume sieht in der Erfahrung das Sinnkriterium schlechthin und den Maßstab der Kritik überzogener Ansprüche der Vernunft, aber er sieht zugleich, dass Erfahrungswissen nicht aus der Erfahrung begründet werden kann. Seine „naturalistische“ Lösung des Problems ist umstritten, das Problem selbst nicht, vielmehr muss jede Erkenntnistheorie seit Hume dazu Stellung beziehen.

Anhand der „Untersuchung“ führt das Seminar exemplarisch in zentrale Fragen der theoretischen Philosophie ein:
Was sind sinnvolle Aussagen?
Was sind Arten und Quellen des Wissens?
Gibt es sicheres Wissen?
Was sind seine Kriterien?
Wie können philosophische Entwürfe beurteilt werden?
Können religiöse Überzeugungen gerechtfertigt werden?

Dr. Frank Kannetzky
09-30-T1-021AEdmund Husserl: Cartesianische Meditationen
Edmund Husserl: Cartesian Meditations

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 (2 SWS)

In diesem Seminar lesen wir gemeinsam die „Cartesianischen Meditationen“. Dieses Spätwerk des Philosophen Edmund Husserl geht auf zwei Vorträge aus dem Jahre 1929 zurück und bietet eine breite und gut zugängliche Einführung in die Phänomenologie.
Wie der Titel des Buches andeutet, entwickelt Husserl seine Position in Anlehnung an Descartes (insbesondere das sog. Cogito-Argument). Dies führt ihn dann – anders als Descartes – auf Ermöglichungsgründe unserer Erfahrung in Form von intentionalen Grundstrukturen des transzendentalen Egos und insbesondere auch zum Begriff und zur Rolle von Intersubjektivität.

Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka

Modul B4 Einführung in die Praktische Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B4-008BAdam Smith: Theorie der ethischen Gefühle
Adam Smith: Theory of Moral Sentiments

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 (2 SWS)

In seinem moralphilosophischen Hauptwerk, „Theorie der ethischen Gefühle“ (Theory of Moral Sentiments), begründet Adam Smith die Ethik auf dem Gefühl der Sympathie, das Menschen füreinander hegen können. Smith ergänzt seine Begründung durch das Konzept des ‚unparteiischen Beobachters‘, das u. a. erklärt, wie wir zu moralischen Urteilen gelangen und gelangen sollen.
Im Seminar wird es zum einen darum gehen, wie Smith Sympathie und das Konzept des unparteiischen Beobachters in Beziehung setzt. Zum anderen soll die darüber hinaus reichende Frage betrachtet werden, ob oder wie sich die Theorie der ethischen Gefühle mit Smiths ökonomischem Hauptwerk, „Der Wohlstand der Nationen: Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen" (An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations), vereinbaren lässt. Hierfür werden Textauszüge aus „Der Wohlstand der Nationen“ bereitgestellt.
Das Seminar hat zum Ziel, Sie mit zentralen Begriffen der Ethik von Adam Smith bekannt zu machen. Zu ihnen gehören u. a. ‚Altruismus‘ und ‚Egoismus‘, ‚Sympathie‘ oder ‚Empathie‘, ‚moralisches Urteil‘ und ‚Unparteilichkeit‘. Darüber hinaus lernen Sie das Konzept der ‚unsichtbaren Hand‘ kennen, das Smith in seiner ökonomischen Theorie entwickelt. Sie erhalten damit Einblick in einen der großen Ethikentwürfe der europäischen Aufklärung und Ausblick auf eine Frage, die auch heute noch aktuell ist: Sind Ethik und Ökonomie miteinander vereinbar?

Das Seminar ist lektüreintensiv. Vor- und Nachbereitung der Seminartermine ist erforderlich, um den Stoff bewältigen zu können. Berücksichtigen Sie dies bitte bei Ihrer Entscheidung, sich für das Seminar einzutragen. Außerdem ist es empfehlenswert, die Textgrundlage für dieses Seminar zu erwerben.

Literatur:
Textgrundlage
Adam Smith (2010): Theorie der ethischen Gefühle. Auf der Grundlage der Übersetzung von Walther Eckstein neu herausgegeben von Horst D. Brandt. Felix Meiner Verlag: Hamburg

Felix Engel

Modul B5 Einführung in die Geschichte der Philosophie

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-B5-B-IIRingvorlesung: Einführung in die Geschichte der Philosophie II
Lecture series: Introduction to the History of Philosophy, Part II

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 (2 SWS)

Die Ringvorlesung bietet einen Überblick über grundlegende Fragestellungen und Positionen aus der Geschichte der Philosophie sowie über Lebenswerke bedeutender Autoren vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart. (Thematisch ist die Vorlesung zurzeit auf westeuropäische Philosophie begrenzt.)
Zudem zeigt die Vorlesung beispielhaft das besondere Verhältnis der Philosophie zu ihrer eigenen Geschichte auf. Anders als etwa in den Natur- und Technikwissenschaften ist hier der methodische und inhaltliche Bezug zu historischen Positionen selbst ein systematischer Beitrag zur Philosophie. Auch dies wird in der Vorlesung (teils explizit, teils implizit) thematisiert.

Die Vorlesung und die zugehörigen Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Prüfung (20 Min.) zu Themen aus beiden Teilen der Ringvorlesung abgeschlossen wird. Die Prüfung findet am Ende des Sommersemesters und zu Beginn des Wintersemesters statt. Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen schon während der Vorlesungszeit. Diese wird durch die zum Modul gehörenden Tutorien unterstützt. Hier werden durch unbenotete Schreibübungen in verschiedenen Formaten nicht nur die Inhalte der Vorlesung repetiert, sondern auch Fertigkeiten in der Erstellung von Texten erlernt. Die Schreibübungen sind verpflichtend.

Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies oder aus Interesse belegt werden. (Dann entfällt die obligatorische Abgabe der Schreibübungen.)

Lernziele:

• Kenntnis grundlegender Fragestellungen, Positionen und Autoren aus der Geschichte der Philosophie von der vorsokratischen Antike bis zur Gegenwart
• Einbettung dieser Fragestellungen und Positionen in einen historischen Kontext und Nachvollzug, warum und wie sich Fragestellungen historisch gewandelt haben (Einordnungskompetenz)
• Reflektierte Stellungnahme zum systematischen Verhältnis der Philosophie zu ihrer eigenen Geschichte
• Erwerb von Schreibkompetenzen (Coaching zum Verfassen kurzer philosophischer Stellungnahmen)

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Dr. Svantje Guinebert
Catherine Herbin
Dr. Frank Kannetzky
Eike Kroner
Prof. Dr. Georg Mohr
Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka
Anne Christina Thaeder

Modul P1 Moral: Begründung und Argumentation

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-P1-010AErich Fromm: Haben oder Sein
Erich Fromm: To Have or to Be

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 (2 SWS)

„Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie sind.“ Erich Fromm stellt dieses Zitat von Meister Eckhart programmatisch Haben oder Sein voran. In diesem späten Werk fasst er seine Gedanken über zwei Arten des Seins gut lesbar zusammen: Es ist die Haltung des Habens, die, sofern sie Oberhand gewinnt, in der Gesellschaft und im Einzelnen zum Elend führt. Wird ein Mensch dagegen von der Haltung des Seins bestimmt, kann er seine Fähigkeiten zwanglos entfalten und echte innere Aktivität entwickeln, die selten ohne gesellschaftliche Folgen bleibt.

In diesem Seminar werden wir gemeinsam den Ausführungen Fromms in Haben oder Sein folgen, sie aber ggf. durch andere Schriften ergänzen.

Literatur: Die Texte werden über Stud.IP bereitgestellt.

Anne Christina Thaeder

Modul T1 Erkenntnis, Sprache, Wirklichkeit

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-T1-021AEdmund Husserl: Cartesianische Meditationen
Edmund Husserl: Cartesian Meditations

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 (2 SWS)

In diesem Seminar lesen wir gemeinsam die „Cartesianischen Meditationen“. Dieses Spätwerk des Philosophen Edmund Husserl geht auf zwei Vorträge aus dem Jahre 1929 zurück und bietet eine breite und gut zugängliche Einführung in die Phänomenologie.
Wie der Titel des Buches andeutet, entwickelt Husserl seine Position in Anlehnung an Descartes (insbesondere das sog. Cogito-Argument). Dies führt ihn dann – anders als Descartes – auf Ermöglichungsgründe unserer Erfahrung in Form von intentionalen Grundstrukturen des transzendentalen Egos und insbesondere auch zum Begriff und zur Rolle von Intersubjektivität.

Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka

Modul T2 Wissenschaft, Methode, Natur

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-T2-012A / 09-30-TS-011SWann ist etwas eine Wissenschaft? Bonaventura, Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham über die Wissenschaftlichkeit der Theologie
When does something become science? Bonaventure, Thomas Aquinas and William of Ockham on the scientific character of theology.

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 (2 SWS)

Aussagen, deren Wahrheitsgarantie nur darin liegt, dass eine anonyme Instanz sie autoritativ behauptet, sind wohl kaum ›wissenschaftlich‹ zu nennen. Erst recht sollte man skeptisch werden, wenn diese Instanz auch noch meint, die vollkommene Wahrheit selbst zu sein, die diese von ihr selbst getätigten Behauptungen legitimiert. Mit solchen Aussagen scheint es allerdings die Disziplin der Theologie zu tun zu haben – in Gestalt einer sogenannten Offenbarung, die Glaubenssätze formuliert.
Theologischen Aussagen über Glaubensinhalte den Charakter der Wissenschaftlichkeit zusprechen zu können, ist also weder heutzutage selbstverständlich noch war es dies in den akademischen Diskussionen des Mittelalters.
Angesichts dieser Frage, ob die Theologie eine Wissenschaft sei, diskutieren zahlreiche mittelalterliche Texte das allgemeine wissenschaftstheoretische Problem, welche Bedingungen eine Lehre überhaupt erfüllen muss, um als Wissenschaft gelten zu können.
Von dieser grundlegenden Konzeption von Wissenschaftlichkeit hängt dann schließlich die Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft und Theologie ab.
Drei mittelalterliche Positionen zu dieser Frage wollen wir im Seminar etwas näher unter die Lupe nehmen: Während Thomas von Aquin († 1274) versucht, die Theologie im Rahmen der aristotelischen Wissenschaftstheorie in das System der Wissenschaften durch die Zuweisung von Kompetenzbereichen einzubetten, macht sein direkter Konkurrent Bonaventura († 1274) sie dagegen zu einer ›Über-Wissenschaft‹, auf die sich alle anderen Wissenschaften zurückführen lassen. Wilhelm von Ockham († ca. 1347) hingegen spricht ihr im Rahmen seiner nominalistischen Hintergrundtheorie den Charakter einer Wissenschaft ab.
Nach einer kurzen Einführung in den philosophiehistorischen und geistesgeschichtlichen Kontext des 13. und 14. Jahrhunderts sollen diese drei Positionen im Seminar diskutiert und dabei ihre wissenschaftstheoretischen sowie metaphysischen Prämissen analysiert und bewertet werden.

Ziel des Seminars ist es, durch die Vermittlung philosophiehistorischer Kenntnisse den allgemeinen Begriff der Wissenschaft und seine Abhängigkeit von metaphysischen ›Vorentscheidungen‹ präziser zu fassen.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht vonnöten, die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre (wöchentlich etwa 10 Seiten) wird allerdings vorausgesetzt.

Die zu lesenden Texte werden als Dateien zur Verfügung gestellt.
Das Seminar findet (voraussichtlich) digital via Zoom statt, eventuell mit Selbststudiums-Anteilen.

René Engelmann
09-M52-01-01Philosophie der Zeit
Philosophy of Time

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 (2 SWS)

Zeit ist eine fundamentale Dimension, in der wir uns sowohl als biologisch-physikalische wie auch als geistige Wesen bewegen. Zeit durchzieht unser Dasein in verschiedenen Erscheinungsformen – unter anderem als physikalische Zeit, als wahrgenommene Zeit, als gesellschaftlich-intersubjektive Zeit und als historische Zeit. Dementsprechend war und ist das Thema Zeit immer wieder der Gegenstand von grundlegenden Diskussionen in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen – von Metaphysik über Wissenschaftsphilosophie und Philosophie des Geistes bis hin zu Philosophiegeschichtsschreibung und Ethik.
Im Kurs werden die wichtigsten zeitspezifischen Fragestellungen dieser verschiedenen philosophischen Teildisziplinen und deren Querverbindungen behandelt. In diesem Sinne bietet der Kurs auch einen allgemeinen Überblick über die Philosophie. Behandelt wird u.a.: die Existenz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; die Möglichkeit von Zeitreisen; die Konstitution unseres Zeitbewusstseins und dessen mögliche neurophysiologische Gegenstücke; zeitliche Vorurteile in unserer Lebensführung ("lieber heut' als morgen"); Verantwortung gegenüber zukünftigen und vergangenen Generationen.


Literatur:

Der Kurs orientiert sich an folgender Monographie, deren Anschaffung empfohlen wird:

- Sieroka, N. 2018. Philosophie der Zeit – Grundlagen und Perspektiven (Reihe C.H.Beck Wissen). München: Beck-Verlag (ISBN 978-3-4067-2787-0) 128 S., 9.95€ (Taschenbuch), 7.99€ (Kindle/ebook).

Ergänzende Literatur wird zum Teil auf einer Lehrplattform zum Herunterladen bereitgestellt. Weitere Literaturhinweise folgen zu Beginn der Veranstaltung.

Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka

Modul TS Philosophie der Naturwissenschaften (Spezialisierungsmodul Theoretische Philosophie)

VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
09-30-T2-012A / 09-30-TS-011SWann ist etwas eine Wissenschaft? Bonaventura, Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham über die Wissenschaftlichkeit der Theologie
When does something become science? Bonaventure, Thomas Aquinas and William of Ockham on the scientific character of theology.

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 (2 SWS)

Aussagen, deren Wahrheitsgarantie nur darin liegt, dass eine anonyme Instanz sie autoritativ behauptet, sind wohl kaum ›wissenschaftlich‹ zu nennen. Erst recht sollte man skeptisch werden, wenn diese Instanz auch noch meint, die vollkommene Wahrheit selbst zu sein, die diese von ihr selbst getätigten Behauptungen legitimiert. Mit solchen Aussagen scheint es allerdings die Disziplin der Theologie zu tun zu haben – in Gestalt einer sogenannten Offenbarung, die Glaubenssätze formuliert.
Theologischen Aussagen über Glaubensinhalte den Charakter der Wissenschaftlichkeit zusprechen zu können, ist also weder heutzutage selbstverständlich noch war es dies in den akademischen Diskussionen des Mittelalters.
Angesichts dieser Frage, ob die Theologie eine Wissenschaft sei, diskutieren zahlreiche mittelalterliche Texte das allgemeine wissenschaftstheoretische Problem, welche Bedingungen eine Lehre überhaupt erfüllen muss, um als Wissenschaft gelten zu können.
Von dieser grundlegenden Konzeption von Wissenschaftlichkeit hängt dann schließlich die Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft und Theologie ab.
Drei mittelalterliche Positionen zu dieser Frage wollen wir im Seminar etwas näher unter die Lupe nehmen: Während Thomas von Aquin († 1274) versucht, die Theologie im Rahmen der aristotelischen Wissenschaftstheorie in das System der Wissenschaften durch die Zuweisung von Kompetenzbereichen einzubetten, macht sein direkter Konkurrent Bonaventura († 1274) sie dagegen zu einer ›Über-Wissenschaft‹, auf die sich alle anderen Wissenschaften zurückführen lassen. Wilhelm von Ockham († ca. 1347) hingegen spricht ihr im Rahmen seiner nominalistischen Hintergrundtheorie den Charakter einer Wissenschaft ab.
Nach einer kurzen Einführung in den philosophiehistorischen und geistesgeschichtlichen Kontext des 13. und 14. Jahrhunderts sollen diese drei Positionen im Seminar diskutiert und dabei ihre wissenschaftstheoretischen sowie metaphysischen Prämissen analysiert und bewertet werden.

Ziel des Seminars ist es, durch die Vermittlung philosophiehistorischer Kenntnisse den allgemeinen Begriff der Wissenschaft und seine Abhängigkeit von metaphysischen ›Vorentscheidungen‹ präziser zu fassen.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht vonnöten, die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre (wöchentlich etwa 10 Seiten) wird allerdings vorausgesetzt.

Die zu lesenden Texte werden als Dateien zur Verfügung gestellt.
Das Seminar findet (voraussichtlich) digital via Zoom statt, eventuell mit Selbststudiums-Anteilen.

René Engelmann
09-M52-03-09Die Kunst und die Künste: Themen zeitgenössischer Kunsttheorie
Art and Arts: Themes in Contemporary Theories of Art

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 18:00 - 20:00 (2 SWS)

Anlass und titelgebend für dieses Seminar ist die für Herbst 2021 geplante Veröffentlichung eines Kompendiums zur zeitgenössischen Kunstphilosophie: Die Kunst und die Künste: Ein Kompendium zur Kunsttheorie der Gegenwart. Die Herausgeber dieses Kompendiums sind überwiegend bekannte Philosophen für Ästhetik im deutschsprachigen Raum.

Das gibt Anlass zu einer Bestandsaufnahme, die dieses Seminar leisten soll. Dabei geht es darum, die Konstellation der ästhetischen und kunstphilosophischen Theorieentwicklung der letzten zwei Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum in den Blick zu nehmen, zu rekonstruieren und, wo möglich, zu bewerten. Das ist ein ehrgeiziges Unterfangen. Es erscheint aber nötig, möchte man sich im gegenwärtigen Diskurs über Ästhetik und Kunstphilosophie orientieren.

Es gibt mindestens drei nennenswerte Einflüsse aus der Philosophiegeschichte. Erstens den deutschen Idealismus (insb. Kant und Hegel), zweitens die Kritische Theorie (insb. Adorno), drittens die Ästhetik und Kunstphilosophie des 20. Jahrhunderts aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum (z. B. Dewey und Beardsley, insb. aber auch zeitgenössische, wie Kivy oder Carroll).

Voraussetzung für dieses Seminar ist nicht, dass Sie sich mit allen einschlägigen Theorien auskennen. Empfohlen wird aber, dass Sie ein Verständnis für Grundlagenfragen der Ästhetik und Kunstphilosophie mitbringen. Auch eine Verortung der philosophiegeschichtlichen Einflüsse sollte für Sie nicht fremd sein.

Aus der folgenden (offenen) Liste der Literatur werden Auszüge bereitgestellt, die als Textgrundlage für das Seminar dienen:
Literatur:
1. Bertram, Georg W. (2005): Kunst: Eine philosophische Einführung. Stuttgart: Reclam Verlag
2. Bertram, Georg W. (2014): Kunst als menschliche Praxis: Eine Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
3. Deines, Stefan; Liptow, Jasper; Seel, Martin (Hg.) (2013): Kunst und Erfahrung. Beiträge zu einer philosophischen Kontroverse. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
4. Deines, Stefan; Wenning Mario (Hg.) (2016): Contemporary Perspectives on Film and Philosophy [Sondernummer der Zeitschrift Contemporary Aesthetics].
5. Feige, Daniel M. (2012): Kunst als Selbstverständigung. Münster: Mentis Verlag
6. Feige, Daniel M. (2014): Philosophie des Jazz. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
7. Feige, Daniel M. (2015): Computerspiele: Eine Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
8. Feige, Daniel M. (2018): Design: Eine philosophische Analyse. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
9. Menke, Christoph; Küpper, Joachim (Hg.) (2003): Dimensionen ästhetischer Erfahrung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp
10. Menke, Christoph (2005): Die Gegenwart der Tragödie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp
11. Menke, Christoph (2013): Die Kraft der Kunst, Frankfurt a. M.: Suhrkamp
12. Seel, Martin (1997): Die Kunst der Entzweiung: Zum Begriff der ästhetischen Rationalität. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
13. Seel, Martin (2003): Ästhetik des Erscheinens. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
14. Seel, Martin (2007): Die Macht des Erscheinens: Texte zur Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag
15. Seel, Martin (2013): Die Künste des Kinos. Frankfurt a. M.: Fischer Verlag
16. Seel, Martin (2017): »Hollywood« ignorieren: Vom Kino. Frankfurt a. M.: Fischer Verlag
17. Wiesing, Lambert (2008): Die Sichtbarkeit des Bildes: Geschichte und Perspektiven der formalen Ästhetik, Frankfurt a. M. (u. a.): Campus Verlag

Felix Engel