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Film und Ökologie: Internationales Symposium

Die Beziehungen zwischen Natur und Film stehen im Fokus des 26. Internationalen Bremer Symposiums zum Film, das vom 18. bis 21. Mai 2022 im Bremer Kommunalkino Kino 46 stattfindet. Die Universität Bremen ist mit der AG Filmwissenschaft im Fachbereich Kulturwissenschaften sowie dem ZeMKI beteiligt.

„Wir haben Filme ausgesucht, in denen deutlich wird, wie stark Naturdarstellungen etwas darüber aussagen, wie wir als Gesellschaft leben wollen“, sagt Professor Winfried Pauleit vom Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen. „Bereits im Stummfilm waren Landschaftsdarstellungen zentraler Teil dramatischer Filmerzählungen. Naturdokumentarfilme aber auch Katastrophenfilme modellieren Naturschönheit, aber auch ihre Zerstörung gleichermaßen.“

Filmprogramm und Vorträge geben detaillierte Einblicke in das Thema Natur

Der iranische Regisseur Abbas Kiarostami reproduziert in seinem letzten Film 24 Frames (IRN/F 2017) in 24 Einstellungen kunsthistorische Gemälde und eigene Fotografien, um die Momente vor und nach der bildlichen Fixierung zu imaginieren.

Ein Highlight ist Dersu Uzula (UdSSR/JPN 1975), der einzige Film Akira Kurosawas, der außerhalb Japans entstanden ist: In der Taiga Sibiriens trifft der russische Hauptmann Arseniev, Leiter eines Kartographie-Trupps, auf den Jäger Dersu Uzala, der sie fortan durch die Natur führt. Kurosawa inszeniert hier den Zusammenprall grundverschiedener Kulturen, die gemeinsam extreme Naturerfahrungen überstehen. So entsteht eine der schönsten Männerfreundschaften des Kinos.

In dem Film Erde (AT 2019) präsentiert Nikolaus Geyrhalter Orte wie Marmorsteinbrüche oder Tunnelbaustellen, an denen Menschen die Erde mithilfe von Baggern und Sprengstoff bezwingen.

Kelly Reicharts verstörend ruhiger Eco-Thriller Night Moves (USA 2013) zeichnet ein soziologisches wie psychologisches Portrait einer Gruppe von Umweltaktivist:innen, die zwischen Aktivismus und Terrorismus pendeln – ein Diskurs, der auch in der heutigen Umweltschutzbewegung präsent ist.

Der französische Stummfilm Finis Terrae (F 1928) von Jean Epstein behandelt das Schicksal einiger Seetang-Fischer, gespielt von Laiendarstellern, die auf einer einsamen Insel einen schwer erkrankten Kollegen retten müssen. Der Film wurde 2019 aufwendig restauriert und mit einem neuen Soundtrack ausgestattet.
Was aus dem legendären Hollywood-Musical Singing‘ in the Rain (USA 1954) hinsichtlich Nachhaltigkeit herausgelesen werden kann, werden Judith Keilbach und Skadi Loist in ihrem Vortrag erläutern.

Vorträge und Foren

In den Hauptvorträgen des Symposiums werden Alice Kuzniar (University of Waterloo, CND), Jennifer Fay (Vanderbilt University, USA) sowie Judith Keilbach und Skadi Loist (Universität Utrecht; Filmuniversität Babelsberg) Aspekte grüner Ästhetik vorstellen, Produktionsbedingungen diverser Filmepochen ökokritisch hinterfragen und die dort vermittelten, historischen Naturentwürfe diskutieren. Zudem bündeln drei vormittägliche Foren 12 Kurzvorträge aus der Filmwissenschaft und angrenzenden Fachdisziplinen.

Ökologischer Fußabdruck der Filmindustrie

Grünes Kino setzt sich auch mit nachhaltiger Kinokultur und Filmwirtschaft auseinander. Ihr ökologischer Fußabdruck offenbart sich z.B. darin, wie Kinos als Kulturorte gestaltet und betrieben werden. Die Perspektive auf ein Grünes Kino ist dann besonders zukunftsweisend, wenn die Zusammenhänge von Ästhetik, materieller Welt und ökologischen Kreisläufen stärker als bisher in den Blick treten.

Über das Filmsymposium

Das Filmsymposium wendet sich mit der engen Verzahnung von öffentlichen Vorträgen, Filmvorführungen und Filmgesprächen an das filminteressierte Kinopublikum und an Fachbesucher:innen. Es ist eine langjährige Kooperation zwischen dem CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V., der AG Filmwissenschaft / FB 9 Kulturwissenschaften, ZeMKI sowie der Filmwissenschaft der FU Berlin und wird gefördert durch die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/ Bremen mbH und die DFG.

Weitere Informationen:

www.uni-bremen.de/film/filmkultur/filmsymposium/aktuelles-filmsymposium

www.uni-bremen.de/film/filmkultur/filmsymposium/aktuelles-filmsymposium/filmprogramm

https://www.uni-bremen.de/film/filmkultur/filmsymposium/aktuelles-filmsymposium/vortraege

https://www.uni-bremen.de/film/filmkultur/filmsymposium/aktuelles-filmsymposium/foren


Anmeldung:

Nils Gloistein
CITY 46 Kommunalkino Bremen e.V. / Universität Bremen
E-Mail: gloisteinprotect me ?!city46protect me ?!.de

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Winfried Pauleit
Institut für Kunstwissenschaft, Filmwissenschaft, Kunstpädagogik. / ZeMKI
Fachbereich Kulturwissenschaften
Telefon:  +49 421 218-677 20
E-Mail:  pauleitprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

Filmkamera
Die Beziehungen zwischen Natur und Film stehen im Fokus des 26. Internationalen Bremer Symposiums zum Film, das vom 18. bis 21. Mai 2022 im Bremer Kommunalkino Kino 46 stattfindet.